Panorama

Nach spektakulärem CoupEinbruch-Opfer verklagen die Sparkasse Gelsenkirchen

28.01.2026, 14:22 Uhr
00:00 / 02:59
Ein-Mann-steht-vor-der-Sparkassenfiliale-Gelsenkirchen-Buer-die-nach-einem-Einbruch-weiterhin-geschlossen-ist
Laut der Sparkasse wären die Räume "nach anerkanntem Stand der Technik gesichert" gewesen. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen sorgt selbst international für Aufsehen. Nun wenden sich erste Opfer an die Justiz, und ihr Anwalt erhebt schwere Vorwürfe.

Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen im Dezember haben erste Geschädigte Klage auf Schadenersatz eingereicht. Wie der Anwalt Daniel Kuhlmann mitteilte, gingen drei Klagen beim Landgericht in Essen ein. Die Kläger machen die Bank für die Schäden haftbar und werfen ihr mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen vor.

"Die Bank hat auf das Geld nicht richtig aufgepasst. Sie hat übliche Sicherheitsstandards nicht richtig eingehalten", sagt Kuhlmann in einem Interview mit dem "Stern". "Dafür sprechen jedenfalls alle Indizien."

Der Anwalt wirft der Bank vor, etwa keine Wandüberwachung mit Körperschallmeldern oder stündlich patrouillierendes Wachpersonal bereitgestellt zu haben. Um seine Klage zu stützen, hat er einen Gutachter beauftragt. Kuhlmann steht nach eigenen Angaben derzeit mit mehr als 600 Geschädigten in Kontakt. Darunter Menschen, die bei dem Einbruch ihre gesamten Ersparnisse oder ihre Altersvorsorge verloren hätten. "Das sind ehrliche Leute, die gerade ihr hart verdientes, mehrfach versteuertes Geld verloren haben", sagt Kuhlmann.

Unter den Klägern ist Kuhlmann zufolge ein Rentner, der nach dem Verkauf einer Wohnung Bargeld in Höhe von fast 400.000 Euro in seinem Schließfach gelagert hatte. Ein weiterer Kläger ist der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens, der Bargeld, Schmuck und eine Rolex-Uhr im Wert von rund 120.000 Euro deponiert hatte. Der dritte Geschädigte hatte Gold im Wert von etwa 50.000 Euro eingelagert.

Auf Anfrage des "Stern" schreibt die Sparkasse zu den Vorhaltungen Kuhlmanns: Mit Blick auf die "laufenden Ermittlungen und aktuelle Arbeiten" wolle man den bisherigen Aussagen zur Technik bis auf Weiteres nichts hinzufügen. "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns grundsätzlich zu anwaltlichen Aussagen nicht äußern." Bereits nach der Tat hatte das Geldinstitut mitgeteilt, es sei selbst Opfer des Verbrechens und die Räumlichkeiten seien "nach anerkanntem Stand der Technik gesichert" gewesen.

Die Einbrecher hatten am 29. Dezember von einem Parkhaus aus ein Loch in den Tresorraum der Bank gebohrt. Dort brachen sie rund 3200 Schließfächer auf und stahlen den Inhalt, darunter Geld, Schmuck und Gold. Bei einer Versicherungssumme von gut zehntausend Euro je Fach ergibt sich eine geschätzte Schadenshöhe von mehr als 30 Millionen Euro. Der Fall sorgte deutschlandweit für Aufsehen und machte international Schlagzeilen.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

SparkassenPolizeiSchadenersatzDiebstahl