Panorama

Zwei Studentinnen missbraucht Elf Jahre Haft für Bochumer Vergewaltiger

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Der Prozess ging mit einer schnellen Verurteilung zu Ende.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im August 2016 wird im Bochumer Univiertel eine Frau vergewaltigt, drei Monate später eine weitere. Die Angst geht um, bis im Dezember der Täter gefasst wird. Nun steht das Urteil gegen den Mann. Der Richter zeigt sich erschüttert.

Im Prozess um die Vergewaltigung von zwei chinesischen Studentinnen an der Bochumer Universität ist überraschend schnell das Urteil gesprochen worden. Der Angeklagte Ziyad K. muss für elf Jahre ins Gefängnis, berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung".

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor 12 Jahre Haft gefordert. Richter Volker Talarowski sagte in seinem Urteil, das Gericht habe den Eindruck, dass der Angeklagte gar nicht wisse, "welches unendliche Leid er den Frauen zugefügt hat". Der Angeklagte habe keine Reue erkennen lassen. Er könne nicht verstehen, wie K., "der vor Gewalt geflüchtet ist, mit selten gesehener Gefühllosigkeit gegen deutlich Schwächere vorgehen" konnte.

Die Beweisaufnahme in dem Prozess war nach einem vollumfänglichen Geständnis des Angeklagten in der vergangenen Wochen abgeschlossen worden. Der 32-Jährige hatte zunächst schweigen wollen. Aber bereits die vorliegenden DNA-Spuren erwiesen sich als erdrückende Beweise. Eine psychiatrische Gutachterin war zu dem Schluss gekommen, dass der Mann voll schuldfähig ist. Er habe ein "normales psychisches Leistungsprofil" und keinerlei kognitive Beeinträchtigung.

Im August 2016 war eine chinesische Austauschstudentin auf dem Rückweg vom Supermarkt überfallen, vergewaltigt und schwer verletzt worden. Drei Monate später wurde erneut eine Studentin aus China Opfer des "Uni-Vergewaltigers". Im Dezember 2016 wurde der Tatverdächtige dann gefasst.

Eine Spur hatte die Ermittler in eine Bochumer Flüchtlingsunterkunft geführt. Dort wohnte der 32 Jahre alte Iraker mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern in einem Container. Die Festnahme erregte bundesweit Aufsehen, weil es um die gleiche Zeit auch um ein Gewaltverbrechen an einer Studentin in Freiburg ging.

Quelle: ntv.de, sba

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