Panorama

Erschossener Austauschschüler Eltern von Diren Dede erhalten Entschädigung

48545134.jpg

Der Schock über den sinnlosen Tod von Diren Dede saß auch an seiner Schule tief.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Hamburger Schüler wird in den USA von einem Grundstücksbesitzer erschossen, als er eine offen stehende Garage betritt. Der Täter wird zu 70 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Anwälte des amerikanischen Todesschützen des Hamburger Austauschschülers Diren D. haben sich mit den Rechtsvertretern der Familie des Opfers auf Entschädigungszahlungen geeinigt. Ein vor kurzem in den USA geschlossener außergerichtlicher Vergleich sieht außerdem vor, dass der zu einer hohen Haftstrafe verurteilte Markus K. alle seine Waffen an die Eltern des erschossenen Teenagers abgibt. Das bestätigte US-Anwalt David Paoli, der im Namen von Direns Familie ein Zivilverfahren angestrengt hatte. 

Auch wenn es vielleicht nur symbolisch sei, "war es sehr wichtig, diesen Leuten die Waffen wegzunehmen", sagte Paoli mit Blick auf den Täter und dessen Partnerin, die weiter im Haus des Schützen lebt. Über die Höhe der vereinbarten Entschädigung machte der Anwalt keine Angaben. Sie geht auch nicht aus Gerichtsdokumenten über den Vergleich hervor.

Der 17-jährige Diren hatte bei einer Gastfamilie in Missoula im US-Staat Montana gelebt, als er im April 2014 von Markus K. erschossen wurde, in dessen Garage er eingedrungen war. Der Täter berief sich vergeblich darauf, dass es sein Recht sei, sich selbst und sein Eigentum zu verteidigen. Im vergangenen Februar verurteilte ihn ein Gericht in Missoula wegen vorsätzlicher Tötung zu 70 Jahren Haft.

Die Tatwaffe bekommen die Eltern nicht

Zusätzlich reichten die Eltern Zivilklage wegen "widerrechtlicher Tötung" und Fahrlässigkeit ein. Dieser Prozess sollte im Dezember beginnen, ist aber nunmehr gestrichen, wie aus einem Dokument des zuständigen Bundesbezirksgerichts in Missoula hervorgeht.

Paoli sagte, er dürfe zur Höhe der Entschädigungszahlungen keine Angaben machen. Der Anwalt bestätigte lediglich, die Leistungen schlössen Geld aus der Hausrats- und Autoversicherung des Schützen und eine Summe ein, die von der Mutter des Täters gezahlt werde. Was Direns Familie mit den Waffen von Markus K. tun wird, wisse er nicht, so Paoli weiter. "Wir müssen sie nur sicherstellen, und dann wird die Familie entscheiden, was geschieht."

Zu den Waffen, die an die Eltern gehen, gehört einem Gerichtsdokument zufolge auch die, mit der Markus K. auf Diren schoss. Sie bleibt aber vorerst noch bei der Polizei in Missoula als Beweismittel unter Verschluss. K. hat nämlich Berufung gegen das Urteil im Strafrechtsprozess eingelegt - und dieses Verfahren muss erst einmal abgeschlossen sein.

Quelle: n-tv.de, dka/dpa

Mehr zum Thema