Deutlich zu spürenErdbeben bei Supervulkan erschüttert Neapel

Rund um Neapel herrscht eine hohe vulkanische Aktivität. Der größte aktive Supervulkan Europas liegt nur wenige Kilometer von der italienischen Metropole entfernt. Jetzt bebt die Erde erneut.
Das Gebiet rund um die süditalienische Großstadt Neapel ist von einem Erdbeben erschüttert worden. Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) verortete den Erdstoß mit einer Stärke von 3,6 um 4.17 Uhr in den Phlegräischen Feldern, einem sogenannten Supervulkan. Bereits knapp 24 Stunden zuvor meldeten die lokalen Behörden dort leichte Erdbeben.
Die Erschütterung war Medienberichten zufolge auch in Neapel deutlich zu spüren, insbesondere in höheren Stockwerken sowie in den Vierteln der Stadt, die unmittelbar an das Gebiet der Phlegräischen Felder im Westen angrenzen. Berichte über Verletzte oder größere Schäden gab es zunächst nicht.
Die Phlegräischen Felder, ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität, liegen nur wenige Kilometer von der Millionenstadt Neapel entfernt. Der Supervulkan mit einer Ausdehnung von etwa 15 mal zwölf Kilometern wird von Wissenschaftlern und Anwohnern seit Jahren genau beobachtet. Die Phlegräischen Felder sind Europas größter aktiver Supervulkan.
Größter aktiver Supervulkan
Supervulkane zeichnen sich durch eine besonders große Magmakammer und enorme Gewalt aus: Anders als normale Vulkane explodieren Supervulkane regelrecht. Die Gegend um Neapel wird seit geraumer Zeit von zahlreichen kleinen sowie teils auch stärkeren Erdbeben heimgesucht. Im März 2025 hatte ein Beben der Stärke 4,4 in der Region Panik ausgelöst; mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Im Mai und Juni 2025 folgten weitere Erdstöße der Stärke 4,4 und 4,6.
Ein Ausbruch der Phlegräischen Felder vor rund 40.000 Jahren hatte Auswirkungen auf das Weltklima. Die jüngere Zunahme der Aktivität wird mit Gasen aus Magma in Verbindung gebracht, die Druck auf die Oberfläche ausüben und Risse im Boden verursachen können. In Neapel und der näheren Umgebung leben etwa drei Millionen Menschen. Die Großstadt liegt am Fuße des Vulkans Vesuv, der mit den Phlegräischen Feldern keine Verbindung hat.