Panorama

Musik wird als störend empfunden Erdogan irritiert mit Lockerungs-Ausnahme

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Musikveranstaltungen werden nur bis Mitternacht erlaubt. Das begründet die Regierung aber nicht mit dem Infektionsschutz.

(Foto: imago/Westend61)

Auch in der Türkei ebbt die dritte Corona-Welle ab, die Erdogan-Regierung sieht die Zeit gekommen, die abendlichen Ausgangssperren aufzuheben. Allerdings nicht komplett: Für Konzertsäle und Musikclubs gelten weiter Restriktionen. Corona sei nur ein vorgeschobenes Argument, sagen Kritiker.

In der Türkei werden die Corona-Beschränkungen weiter gelockert. Ab 1. Juli würden die Ausgangsbeschränkungen, die zurzeit noch abends und sonntags gelten, vollständig aufgehoben, kündigte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan an. Zudem würden Reisebeschränkungen entfallen.

Für Irritation sorgte Erdogan mit einer Äußerung über das zurzeit bestehende Verbot von Musik bis 22 Uhr. Die Sperrstunde werde verschoben bis Mitternacht, aber nicht ganz aufgehoben, sagte der Präsident: "Nichts für ungut, niemand hat das Recht, jemanden nachts zu stören." Auf Twitter wurden daraufhin kritische Stimmen laut, aus deren Sicht Erdogan damit zugegeben hatte, dass die Pandemie nur eine Ausrede für das Verbot sei. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Verbote ideologisch motiviert sind", schrieb Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu auf Twitter.

Während eines knapp dreiwöchigen Lockdowns im April und Mai hatte bereits für Unmut gesorgt, dass Supermärkte in der Zeit keinen Alkohol verkaufen durften und Spirituosenläden geschlossen blieben. Der Musiksektor in der Türkei ist durch die Pandemie stark getroffen. Vor wenigen Wochen forderten Musiker und andere Künstler mit einer Kampagne in den sozialen Medien eine Aufhebung der Beschränkungen für das kulturelle Leben.

 

Wie in vielen anderen Ländern sinkt auch in der Türkei die Zahl der täglichen Neuinfektionen. Am Montag wurden in dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern rund 5000 Ansteckungen verzeichnet. Knapp jeder Dritte im Land hat mindestens eine Impfung erhalten. In der Türkei werden die Vakzine von Biontech/Pfizer und des chinesischen Herstellers Sinovac verabreicht.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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