Panorama
In einem IC in Flensburg ging der Angreifer offenbar auf die junge Polizistin los.
In einem IC in Flensburg ging der Angreifer offenbar auf die junge Polizistin los.(Foto: dpa)
Freitag, 01. Juni 2018

Messerangriff in Flensburg: Eritreer attackierte zuerst Polizistin

Was geschah im IC in Flensburg? Nach derzeitigen Ermittlungen ist die junge Polizistin das Ziel der Attacke gewesen. Der bei dem Vorfall ebenfalls verletzte Mann eilte ihr zu Hilfe.

Bei den Ermittlungen zur Messerattacke in Flensburg hat die Polizei inzwischen ein schon deutlich klareres Bild von den Vorgängen im Zug. So hat der 24-jährige Mann aus Eritrea die junge Polizistin angegriffen. Diese war privat, aber in Uniform und mit Einsatzausrüstung mit dem Zug unterwegs. Er habe die 22-jährige mit einem Küchenmesser attackiert, als sie beim Halt in Flensburg zur Ausgangstür gehen wollte, teilte die Polizei mit. Die Frau sei verletzt worden und habe um Hilfe gerufen.

Daraufhin kam ihr ein 35-jähriger Fahrgast zur Hilfe. Er trennte die beiden, fiel hin und wurde ebenfalls attackiert. Er erlitt eine schwere Stichverletzung und brach sich den Arm. Die Beamtin zog ihre Dienstwaffe und schoss auf den Täter, der dabei tödlich verletzt wurde. Die Ermittler baten weiterhin Zeugen aus dem Zug, Beobachtungen des Angriffs und aus der Zeit davor zu melden.

Bei einer Obduktion wurde die Identität des getöteten Angreifers inzwischen zweifelsfrei geklärt. Dieser war im September 2015 als Flüchtling eingereist, besaß eine befristete Aufenthaltserlaubnis und wohnte in Nordrhein-Westfalen. Davon waren die Ermittler auch zuvor schon ausgegangen, es fehlte jedoch die letzte Gewissheit.

Unverändert gehen die Ermittler nicht von einem Terroranschlag aus. Nachforschungen im "persönlichen Umfeld" des erschossenen Angreifers hätten "keine Hinweise" auf ein solches Szenario ergeben, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. Der Auslöser für die Attacke in dem Intercity im Flensburger Bahnhof sei "weiterhin unbekannt".

Quelle: n-tv.de