Panorama

Tatort Sonnenallee in NeuköllnErneut Mann in Berlin auf offener Straße erschossen

07.09.2026, 11:25 Uhr
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Polizisten am Morgen am Tatort. (Foto: dpa)

Erst im August verletzen Schüsse in der Hauptstadt einen Mann tödlich. Nun stirbt wieder ein Opfer noch am Tatort. Die Schusswaffengewalt in Berlin nimmt in letzter Zeit deutlich zu.

In Berlin-Neukölln ist in der Nacht ein Mann erschossen worden. Die Polizei wurde gegen 2.30 Uhr in die Sonnenallee gerufen, weil Zeugen Schüsse hörten, wie ein Polizeisprecher sagte. Auf dem Gehweg fanden die Beamten das schwer verletzte Opfer. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsversuche starb der Mann noch vor Ort.

Die unbekannten Tatverdächtigen sollen zuvor geflohen sein. Die Mordkommission übernahm die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts. Nach Informationen der Boulevardzeitung "BZ" fielen die Schüsse vor einem Frühstücks-Lokal an der Köllnischen Heide an der Sonnenallee.

In Berlin kommt es immer wieder zu Vorfällen mit Schusswaffen. Erst im August wurde ein Mann nach einem Streit zwischen mehreren Menschen auf offener Straße angeschossen und tödlich verletzt. Er starb noch am Tatort im Stadtteil Charlottenburg. Am Tag zuvor schossen Unbekannte auf die Scheibe einer Gaststätte in Neukölln. Eine Woche vorher wurde ein Mann in Schöneberg angeschossen.

Schusswaffengebrauch in Berlin hat stark zugenommen

Laut Polizei hat der Gebrauch von Schusswaffen in der Hauptstadt stark zugenommen. Im vergangenen Jahr registrierten die Berliner Ermittler 1119 Fälle von Schusswaffengebrauch - ein Anstieg um 68 Prozent gegenüber 2024. Dabei wurde in mehr als 500 Fällen auch geschossen.

Im Februar richtete die Staatsanwaltschaft wegen der deutlichen Zunahme von Schusswaffengewalt in der Hauptstadt die Ermittlungsgruppe "Telum" - lateinisch für "Angriffswaffe" - ein. Die Behörde reagierte damit auf die Sondereinheit des Landeskriminalamts "Ferrum" - lateinisch für "Eisen" -, die es seit November 2025 gibt.

Deren Hintergrund waren wiederholte Straftaten gegen türkisch-kurdische Gewerbetreibende, insbesondere Schüsse auf deren Lokale durch mutmaßlich türkisch-kurdische Mitglieder der organisierten Kriminalität. Beide Ermittlergruppen arbeiten eng zusammen.

Quelle: ntv.de, chl/AFP/dpa

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