Panorama

In mehreren Bundesländern Erneute Razzien wegen Kinderpornografie

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Vor zwei Tagen gab es bereits Durchsuchungen bei 66 Verdächtigen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zum zweiten Mal in dieser Woche führen Ermittler bundesweite Durchsuchungsaktionen wegen Kinderpornografie durch. Dabei stellen sie "umfangreiches Beweismaterial" sicher. Die Justiz will damit ein Signal senden: Das Internet ist nicht anonym - schon gar nicht, wenn es um Straftaten geht.

Erneut hat es in mehreren Bundesländern eine konzertierte Aktion wegen Kinderpornografie gegeben. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg berichtete, wurden Wohn- und Geschäftsräume von zehn Verdächtigen in fünf Ländern durchsucht. Außer in Bayern wurden auch Gebäude in Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt durchsucht.

Erst am Dienstag hatte es eine bundesweite Razzia bei 66 Beschuldigten wegen Kinderpornografie gegeben. Die beiden Verfahren haben nach Angaben der Ermittler aber nichts miteinander zu tun. Bei der erneuten Durchsuchungsaktion sei am Mittwoch "umfangreiches Beweismaterial" sichergestellt worden, insbesondere Computer, Smartphones und Datenträger.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um zehn Männer im Alter von 33 bis 71 Jahren. Die Ermittler vermuten, dass sie zwischen 2017 und 2020 in Internetforen und über andere Kommunikationsgruppen die pornografischen Bilder mit Kindern ausgetauscht haben. Das Polizeipräsidium in München kam im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen einen 49-Jährigen auf die Spur der anderen Männer.

Spezialeinheit im Einsatz

In Bayern wurde die Razzia im Bereich der Kriminalpolizeiinspektionen Aschaffenburg in Unterfranken, Dillingen an der Donau in Schwaben und Weilheim in Oberbayern vollzogen. In den anderen Bundesländern fand die von den Ermittlern als "Action Day" bezeichnete Razzia im Bereich der Staatsanwaltschaften Wiesbaden, Düsseldorf, Bielefeld, Magdeburg und Kaiserslautern statt.

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Geführt werden die Ermittlungen von dem bayerischen Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet. Die Justiz hatte die Spezialeinheit erst vor vier Monaten bei der Zentralstelle Cybercrime in Bamberg installiert. "Mit der koordinierten Aktion soll einmal mehr verdeutlicht werden, dass sich Straftäter auch in der vermeintlichen Anonymität des Internets nicht vor Strafverfolgung sicher fühlen können", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Goger.

Die vorangehende Durchsuchungsaktion wurde von Köln aus koordiniert. Es handelt sich um Folgeermittlungen rund um den Kindesmissbrauchskomplex in Bergisch Gladbach. Dort waren im Haus eines Mannes Unmengen kinderpornografischer Daten gefunden worden, die im großen Stil getauscht worden sein sollen.

Quelle: ntv.de, chf/dpa