Panorama

WHO reagiert rasch Erster Polio-Ausbruch in Afrika seit Jahren

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Polio greift das Rückenmark an und kann irreversible Lähmungen verursachen.

(Foto: imago images / Stefan Trappe)

Seit August 2020 gilt die Kinderlähmung in Afrika als besiegt. Jetzt wird in Malawi ein erster Fall der ansteckenden Infektionskrankheit entdeckt. Die WHO ergreift "dringende Maßnahmen", um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

In Malawi ist die erste Ansteckung mit einem Polio-Wildvirus in Afrika seit mehr als fünf Jahren entdeckt worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte mit, dass bei einem Kleinkind in der Hauptstadt von Malawi, Lilongwe, ein Fall des Polio-Wildvirus Typ 1 festgestellt wurde. Die WHO ergreife "dringende Maßnahmen, um eine mögliche Ausbreitung des Virus zu verhindern", erklärte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Gesundheitsbehörden wegen ihrer Erfahrungen mit früheren Ausbrüchen und der hohen Wachsamkeit auf dem Kontinent "rasch reagieren und Kinder vor den schwächenden Auswirkungen dieser Krankheit schützen" könnten.

Die WHO erklärte, sie unterstütze Malawi bei einer Risikobewertung und der Reaktion auf den Ausbruch der Krankheit, einschließlich zusätzlicher Impfungen. Auch in den Nachbarländern wurde die Wachsamkeit erhöht. Laboranalysen hätten ergeben, dass der entdeckte Stamm mit einem in der pakistanischen Provinz Sindh zirkulierenden Stamm in Verbindung stehe. "Da es sich um einen importierten Fall aus Pakistan handelt, hat dieser Nachweis keinen Einfluss auf den Status der afrikanischen Region als frei von Polio-Wildviren", erklärte die WHO weiter.

Impfung verhindert die Ausbreitung

Die WHO hatte Afrika im August 2020 für frei von einheimischer Wildpolio erklärt. In den vergangenen vier Jahren waren auf dem Kontinent keine Fälle von Kinderlähmung mehr aufgetreten, was die Schwelle für die offizielle Erklärung der Ausrottung darstellt. Polio gilt weltweit nur noch in Pakistan und dem Nachbarland Afghanistan als endemisch. WHO-Angaben zufolge wurde der letzte Fall des Polio-Wildvirus in Afrika 2016 in Nigeria festgestellt. Weltweit gab es vergangenes Jahr demnach nur fünf Fälle.

Die Krankheit Poliomyelitis - der medizinische Begriff für Kinderlähmung - wird durch ein akut ansteckendes Virus ausgelöst, das das Rückenmark angreift und bei Kindern irreversible Lähmungen verursachen kann. Das Poliovirus wird in der Regel über die Fäkalien einer infizierten Person verbreitet und über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel aufgenommen. Es vermehrt sich im Darm. Es gibt zwar keine Heilmittel gegen Polio, aber die Impfung verhindert die Ausbreitung.

Die Krankheit war auf der ganzen Welt verbreitet, bis in den 1950er Jahren ein Impfstoff gefunden wurde. Allerdings sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Kinderlähmung weltweit zurückgedrängt wurde. Im Jahr 1996 gab es allein in Afrika noch mehr als 70.000 Fälle.

Quelle: ntv.de, lno/AFP

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