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Hilfspfleger unter Mordverdacht Essener Polizei suspendiert drei Beamte

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Grzegorz W. sitzt derzeit in einem Münchner Gefängnis.

Im Fall des unter Mordverdacht stehenden Hilfspflegers Grzegorz W. zieht die Essener Polizei für mehrere Beamte "dienstrechtliche Konsequenzen". Der Grund dafür sollen Pannen bei den Ermittlungen sein. Der 36-Jährige soll mindestens zwei Menschen getötet haben.

Bei den Ermittlungen gegen den mittlerweile wegen Mordverdachts inhaftierten polnischen Hilfspfleger Grzegorz W. hat die Polizei Essen Fehler eingeräumt. Die Behörde zog deshalb für fünf Polizisten, die an den Ermittlungen beteiligt waren, dienstrechtliche Konsequenzen, wie das Präsidium mitteilte. Drei Polizisten seien suspendiert und zwei weitere Beamte innerhalb der Behörde versetzt worden.

Der in München inhaftierte W. könnte ein Serientäter sein. Die bayerischen Ermittler werfen dem polnischen Pfleger vor, an den Karnevalstagen in Ottobrunn einen 87 Jahre alten Patienten mit Insulin getötet zu haben. Bereits knapp ein Dreivierteljahr vor dieser Tat soll sich ein weiterer Fall in Mülheim an der Ruhr zugetragen haben, der nun zu den dienstrechtlichen Konsequenzen führte.

Damals hatte eine Frau den 36-Jährigen wegen des Verdachts, er könne ihrem dementen Vater falsche Medikamente verabreicht haben, angezeigt. Auch bei diesem Mann wurde eine wohl auf die Verabreichung von Insulin zurückzuführende Unterzuckerung festgestellt. Zu einer weiteren Strafverfolgung oder Festnahme des Hilfspflegers kam es aber nicht mehr, der Patient starb im Juli aufgrund einer natürlichen Todesursache.

Neben dem Mordverdacht prüft die federführende Staatsanwaltschaft München I zehn weitere Fälle, bei denen Patienten kurz nach dem Einsatz des Pflegers starben. Einen konkreten Mordverdacht gibt es hier aber noch nicht. Bei dem in Deutschland und im europäischen Ausland tätigen Polen wurden inzwischen rund 50 Einsatzorte festgestellt.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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