Panorama

Kinderporno-Fälle aus aller Welt Europol sucht nach banalen Gegenständen

Die Bilder sind unscharf, der Inhalt oft sehr banal: eine Shampoo-Flasche oder eine Einkaufstüte. Doch sie stammen aus Kinderpornos und können den Ermittlern helfen, ein missbrauchtes Kind zu retten.

Es sind oft nur kleine Ausschnitte mit verschwommenen Gegenständen, dennoch erhofft sich die europäische Polizeibehörde Europol viel von diesen Bildern. Deshalb veröffentlichte sie in der vergangenen Nacht insgesamt 20 Bilder, die sie als Beweismaterial in verschiedenen Fällen von Kinderpornografie gesammelt hat. Sie stammen aus Videos oder Fotos und wurden von den Ermittlern in dem Material entdeckt.

Scheinbar harmlose Objekte wie eine Shampoo-Flasche, eine Plastiktüte oder ein Stück Tapete könnten zum entscheidenden Tipp führen, betonte die europäische Polizeibehörde in Den Haag. Allerdings stammen die Bilder aus aller Welt, so dass es trotz intensiver Ermittlungen bisher nicht möglich war, herauszufinden, wo sie aufgenommen wurden.

Zu den jeweiligen Bildern stellt Europol konkrete Fragen: Wo wird dieses T-Shirt verkauft? Von welchem Shop stammt diese Einkaufstüte? Wo kann man dieses Baby-Spielzeug kaufen? Wo könnte dieser Blick aus dem Fenster aufgenommen worden sein? Um welche Zigarettenmarke handelt es sich hier?

Mehr Augen, mehr Hinweise

Kleinste Hinweise könnten manchmal einen Fall lösen, betonen die Europol-Ermittler. Wenn jemand einen Gegenstand erkennt, können Hinweise direkt an Europol weitergegeben werden. Dies sei auch anonym möglich. Dann wird die zuständige Strafverfolgungsbehörde des betroffenen Landes informiert. So könnten womöglich Kinder gerettet werden. Erst kürzlich wurden so zwei Opfer identifiziert, nach Hinweisen zu Lebensmittelverpackungen und Mülleimern im Hintergrund von Fotos, betont Europol.

Die zunehmende globale Verfügbarkeit von Breitband-Internet und internetfähigen Geräten führe zu einer wachsenden Zahl an diesen Sexualstraftaten an Kindern, so die Behörde. Gleichzeitig biete das Internet Straftätern ein Umfeld, in dem sie sich sicher und anonym bewegen könnten. Deshalb arbeiten die Strafverfolgungsbehörden weltweit eng zusammen, um so viele Straftäter und Opfer wie möglich zu identifizieren. "Wir sind überzeugt, dass mehr Augen zu mehr Hinweisen führen und letztlich dazu beitragen werden, diese Kinder zu retten."

Quelle: n-tv.de, sba

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