Panorama
Der Ex-Priester wurde zu einer Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt.
Der Ex-Priester wurde zu einer Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt.(Foto: picture alliance / Armin Weigel/)
Donnerstag, 22. Februar 2018

Schwerer sexueller Missbrauch: Ex-Priester muss in Psychiatrie

Der Pater nutzt das Vertrauen vieler Familien brutal aus. Fünf Jungen missbraucht er hunderte Male - in ihren eigenen Kinderzimmern. Nun das Urteil: Der Ex-Priester muss in die Psychiatrie. Schon vor einigen Jahren saß er wegen Kindesmissbrauch im Gefängnis.

Im Missbrauchsprozess gegen einen ehemaligen Priester hat das Landgericht Deggendorf den Angeklagten zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Mann wird in der Psychiatrie untergebracht. Die Frage nach einer anschließenden Sicherungsverwahrung hänge von einem möglichen Therapieerfolg ab, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Trautwein. Die Behandlung werde viele Jahre dauern, und ein Erfolg sei zweifelhaft. Jedoch habe sich der Angeklagte durch sein Geständnis die Chance eröffnet, irgendwann wieder auf freien Fuß zu gelangen.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten am Montag eine langjährige Haftstrafe und die Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Einrichtung beantragt. Die Staatsanwaltschaft forderte zudem eine Sicherungsverwahrung im Anschluss an die Verbüßung der Haftstrafe - zum Schutz der Allgemeinheit.

Nach Überzeugung des Gerichtes hat der aus Wuppertal stammende Mann seit Mitte der 90er Jahre fünf Jungen bei mehr als 100 Gelegenheiten schwer sexuell missbraucht. Verurteilt wurde er zudem wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Urkundenfälschung und Besitzes von jugendpornografischen Materials. Die Taten sollen vor allem im Raum Mainz und im bayerischen Landkreis Deggendorf geschehen sein.

2008 aus Priesterstand entlassen

Bereits von 2003 bis 2009 saß der Mann nach einem Urteil des Landgerichtes in Karlsruhe wegen Sexualstraftaten für fünfeinhalb Jahre im Gefängnis. 2008 wurde er nach einem kirchengerichtlichen Urteil in Freiburg aus dem Priesterstand entlassen. Der 53-Jährige hatte sich dennoch das Vertrauen gläubiger Familien erschlichen und war so in Kontakt mit deren Kindern gekommen.

Zeitweise lebte er bei den Familien und konnte auch deshalb über Jahre hinweg die Jungen in deren Kinderzimmern, in seinem eigenen Zimmer oder im Bad missbrauchen. Die Opfer waren bei den Taten zwischen 9 und 14 Jahre alt. Er züchtigte die Kinder zudem mit Ohrfeigen, Strafarbeiten und Schlägen mit dem Gürtel.

Quelle: n-tv.de