Panorama

Nach Skandal um Versuche Ex-Tierlabor wird Zentrum für Hunde

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96 Beagle lebten als Laborhunde (Archivbild) zum Zeitpunkt der Schließung noch in der Anstalt, aber konnten von Tierschützern schnell vermittelt werden.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Das Gelände des Labors LPT südlich von Hamburg ist für Tierschützer ein Ort, an dem Hunden, Katzen oder Affen viel Leid im Namen der Forschung angetan wurde. In Zukunft soll das Ex-Versuchslabor genau das Gegenteil sein: Anlaufpunkt für vernachlässigte Hunde - und ein Mekka für Hunde-Besitzer.

Nach dem Aus für ein umstrittenes Tierversuchslabor im Kreis Harburg wird das Gelände nun Heimat für ein Projekt zugunsten vernachlässigter Hunde. Auf dem rund zwei Hektar großen Areal des früheren Labors LPT in Mienenbüttel soll ab April ein Resozialisierungs-Zentrum für Hunde starten, teilte das Hamburger Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) mit.

Pächter ist die Tierzentrum Neu Wulmstorf GmbH, hieß es. Die Einrichtung soll als gefährlich eingestufte Hunde, die aus Beschlagnahmungen und Sicherstellungen stammen, aufnehmen und behandeln. Die Anlage biete auch Raum für bis zu 48 Einzelunterbringungen von Tieren, die nach dem Tierseuchengesetz isoliert werden müssen.

Nach Vorwürfen der Misshandlung von Tieren hat das umstrittene Versuchslabor Affen wegbringen lassen. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Nicht nur Nagetiere werden in Deutschland für Tierversuche eingesetzt, sondern auch Affen. (Archivbild)

(Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild)

Für den Landkreis Harburg soll auf dem Gelände auch ein Fundtierbereich eingerichtet werden. Angedacht sind außerdem ein 5-Sterne-Hunderesort, eine Hundeschule, eine Tier-Physiotherapie-Praxis, eine Tierklinik, eine Tierbedarfshandlung, ein Hundefriseur und ein Tierheilpraktiker.

Das Tierversuchslabor der LPT in Mienenbüttel war vor einem Jahr geschlossen worden. Die dort beschäftigten Mitarbeiter sind inzwischen entlassen. Dieses Kapitel sei nun abgeschlossen, sagte LPT-Geschäftsführer Thomas Wiedermann laut Mitteilung.

Tierschützer hatten im Herbst 2019 über die Misshandlung von Hunden und Affen in dem Versuchslabor berichtet. Der Landkreis Harburg entzog LPT daraufhin die Erlaubnis, Wirbeltiere für Tierversuche zu halten. 96 Hunde, die noch in der Anstalt lebten, musste das Unternehmen binnen zwei Wochen an geeignete Dritte abgeben.

Quelle: ntv.de, joh/dpa