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Polizei vermutet Betrugsmasche Experten warnen vor unbestellten Pflanzensamen in der Post

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Die Pflanzensamen stecken häufig in transparenten Plastiktütchen mit der Aufschrift "Made in China".

(Foto: Regierungspräsidium Gießen)

Sieht harmlos aus, könnte aber massive Schäden verursachen: Weltweit finden Menschen derzeit Pflanzensamen aus China in ihren Briefkästen - die sie allerdings gar nicht bestellt haben. Vermutet wird, dass es sich hierbei um eine Betrugsmasche handelt. Experten raten dringend davon ab, die zugestellten Samen auszusäen.

Das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) warnt vor unbestellt gelieferten Päckchen mit Pflanzensamen. Derzeit würden weltweit solche Lieferungen verschickt, teilte das Julius-Kühn-Institut mit. In Deutschland seien derartige Päckchen in Bayern und Hessen aufgetaucht.

Der konkrete Absender sei unbekannt, jedoch führe die Spur nach Asien. Vermutet wird eine Online-Marketing-Betrugsmasche. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Gießen loggen sich kriminelle Händler auf Online-Versandplattformen in die Accounts der Empfänger ein und geben die Bestellungen auf, um sich selbst positive Bewertungen auf den Portalen zu geben.

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Die JKI-Experten warnen vor dem Aussäen der Samen. Am und im Saatgut könnten sich Krankheitserreger wie Pilze, Bakterien oder Viren befinden, die in Europa als sogenannte Quarantäneschadorganismen eingestuft seien und deren Einschleppung unbedingt verhindert werden solle.

"Es scheint fast eine Ironie des Schicksals zu sein, dass gerade im Internationalen Jahr der Pflanzengesundheit 2020 solch mysteriöse Saatgutsendungen von sich reden machen", sagte Katrin Kaminski vom JKI. Was möglicherweise als Werbeaktion von Online-Händlern gedacht sei, könnte den Angaben zufolge für heimische Gärten, Parks, Wälder und Felder zur Gefahr werden. Aus diesen Gründen sollten die Samen nicht ausgesät und möglichst im Hausmüll entsorgt werden und nicht über den Kompost oder die Biotonne.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa