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Wettlauf mit der Zeit F16 rettet todkranken Patienten

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Die F16 war wirklich schnell, im Bild eine dänische Maschine.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Mann in Norwegen erkrankt sehr schwer, retten kann ihn nur modernste Medizintechnik. Aber die gibt es nicht in dem Krankenhaus, in dem er liegt. Die Ärzte greifen nach dem letzten Strohhalm - und bitten das Militär um Hilfe.

In medizinischen Notfällen muss es schnell gehen, richtig schnell. Das Schicksal eines Mannes in Norwegen schien deshalb bereits besiegelt. Der Patient in kritischem Zustand benötigte Anfang April in der Stadt Bodø im Zentrum des Landes dringend eine intensivmedizinische Behandlung mit einem speziellen Herz- und Lungenverfahren.

Das Problem war nur: In Bodø gab es weder die medizinischen Geräte noch das Fachpersonal für die sogenannte "extrakorporale Lungenunterstützung", bei der eine Maschine teilweise oder vollständig die Atemfunktion von Patienten übernimmt. Das Krankenhaus im knapp 500  Kilometer entfernten Trondheim hatte beides. Woran es haperte, war jedoch eine extrem schnelle Transportmöglichkeit.

Da fiel den Ärzten ein, dass ganz in der Nähe von Trondheim F-16-Kampfjets stationiert sind und fragten die Unterstützung der Armee an. "Sie haben keine Fragen gestellt, außer, wie groß die Maschine ist", sagte Anders Benetzen Carlsen, der Chefarzt des Trondheimer St. Olaf Krankenhauses zur Reaktion der Militärs.  

Als Glücksfall stellte sich heraus, dass eine der beiden vorhandenen Maschinen gerade am Boden und mit einer externen Transportvorrichtung ausgestattet war, die es tatsächlich erlaubte, das mit einer Herz-Lungen-Maschine vergleichbare ECMO-Gerät zu transportieren. "Normalerweise brauchen wir für die Strecke 35 Minuten", sagte der Chef des Luftgeschwaders, Borge Kleppe, der norwegischen Tageszeitung "Verdens Gang". "Aber wegen der besonderen Ladung gab sich der Pilot ein wenig mehr Mühe, so dass es diesmal weniger als 25 Minuten waren."

Schon 40 Minuten nach dem Notruf aus Bodø war die ECMO angekommen, der Patient wurde gerettet. Der Fall wurde bekannt, weil die Familie des Mannes ein Dankesschreiben an das Verteidigungsministerium schickte.

Quelle: n-tv.de, sba

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