Panorama

Thema für Lehrplan an Schulen Fake-News-Boom verunsichert die Jugend

218803582.jpg

Seit der Corona-Pandemie haben viele Befragte das Gefühl, dass Fake News noch einmal zugenommen haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Jugendliche und junge Erwachsene werden im Alltag immer öfter mit Falschnachrichten konfrontiert - und die Corona-Krise hat das Problem noch einmal verschärft. Zwar ist die Mehrheit überzeugt, Wahrheit und Lüge erkennen zu können. Doch jeder Zweite ist verunsichert.

Drei Viertel der jungen Menschen in Deutschland sehen sich regelmäßig mit Falschnachrichten konfrontiert. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap gaben 76 Prozent der 14- bis 24-Jährigen an, dass sie mindestens einmal pro Woche im Internet oder in sozialen Medien auf Nachrichten oder Beiträge stoßen, bei denen sie das Gefühl haben, es handele sich um Falschinformationen. Jeder fünfte Befragte gab sogar an, dass dies mehrmals täglich vorkomme.

Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich demnach der Anteil derjenigen, die es regelmäßig mit Fake News zu tun bekommen, deutlich erhöht. 73 Prozent der Befragten sehen zudem seit Beginn der Corona-Pandemie eine Zunahme an Falschnachrichten. Und zwei Drittel gaben an, dass es bei Corona schwerer als bei anderen Themen sei, glaubwürdige von unglaubwürdigen Nachrichten zu unterscheiden.

Mit 85 Prozent der Befragten wünscht sich eine große Mehrheit der jungen Deutschen das Thema Desinformation als verpflichtenden Bestandteil des Lehrplans an Schulen. Bisher würden Falschnachrichten nur bei 30 Prozent der Befragten im Unterricht thematisiert. "Dabei ist unter jungen Menschen in Deutschland längst Konsens, dass Medieninformationskompetenz genauso auf die Lehrpläne gehört wie Deutsch oder Mathematik", erklärte die Stiftungsvorsitzende Inger Paus.

Verunsicherung ist groß

Mehr zum Thema

Insgesamt fühlt sich zwar eine deutliche Mehrheit von 66 Prozent der Befragten sicher im Umgang mit Falschnachrichten und ist der Ansicht, diese "sehr" oder "eher sicher" als solche zu erkennen. Dennoch zeigt sich insgesamt auch Verunsicherung. Der Aussage "Weil es so viele Falschnachrichten gibt, weiß ich nicht mehr, welchen Informationen ich noch vertrauen soll" stimmten immerhin 53 Prozent der jungen Leute zu, 47 Prozent nicht.

Die meisten Befragten sind der Ansicht, dass die Verbreitung von Falschnachrichten eine Gefahr für die Demokratie ist. Für die Erhebung im Auftrag der Vodafone-Stiftung befragte das Institut Infratest dimap mehr als 2000 junge Menschen in Privathaushalten, die das Internet nutzen. Die Umfrage fand vom 11. bis zum 28. September statt.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP