Panorama

Corona-Alarm in Schwäbisch Gmünd Fast 50 Ansteckungen bei Trauerfeier

Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Zahlreiche Tests in Schwäbisch Gmünd fielen positiv aus.

(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild)

Wie gefährlich Menschenansammlungen immer noch sind, zeigt eine Trauerfeier in Baden-Württemberg. In Schwäbisch Gmünd infizieren sich fast 50 Gäste mit dem Coronavirus. Gute Nachrichten kommen dagegen aus dem Kreis Gütersloh.

Nach einer Trauerfeier sind im Großraum Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg 47 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie eine Sprecherin des Landratsamts sagte, könnten noch mehr Menschen infiziert sein. Eine Teilnehmerliste zu der Trauerfeier vor rund zwei Wochen gebe es nicht, man gehe aber von mehr als hundert Gästen aus. Nach Informationen der lokalen "Rems-Zeitung" waren neben zahlreichen Verwandten und Freunden des Verstorbenen auch viele Kollegen aus der Firma Bosch AS vor Ort, dem größten Arbeitgeber in Schwäbisch Gmünd. Die Firma habe alle Mitarbeiter, die die Trauerfeier besucht hatten, dazu aufgefordert, sich umgehend in häusliche Quarantäne zu begeben und sich testen zu lassen.

Unter den Infizierten sind nach Angaben der Landratsamts-Sprecherin auch Kinder. Eine Kita in Schwäbisch Gmünd sei vorübergehend geschlossen worden, eine Grundschulklasse sei getestet worden - offenbar habe sich jedoch kein Mitschüler angesteckt. Bis Mittwoch seien weitere Tests in mehreren Klassen an verschiedenen Schulen geplant. Darüber hinaus wird laut der Sprecherin weiter nach den Teilnehmern der Feier gesucht.

Schleswig-Holstein zieht Konsequenz aus Fall Mamming

Der Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming hat auch Folgen für die Reisemöglichkeiten der Bewohner des Landkreises Dingolfing-Landau. Die Regierung von Schleswig-Holstein stufte den Landkreis am Montag explizit als Risikogebiet ein. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Nach Angaben auf der Homepage der Landesregierung von Schleswig-Holstein müssen sich Urlauber aus dem Landkreis nun in eine 14-tägige Quarantäne begeben und sich beim dortigen Gesundheitsamt melden, wenn sie ins Bundesland einreisen wollen. Ausgenommen davon sind Menschen mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist. Nach BR-Informationen dürfen Menschen aus dem Landkreis auch nicht mehr ohne gültigen Test nach Mecklenburg-Vorpommern einreisen.

Nach dem Massenausbruch auf dem Gemüsehof liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner der vergangenen sieben Tage nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit im Landkreis bei 191 und damit fast viermal so hoch wie der Grenzwert 50.

Entspannung im Kreis Gütersloh

Im früheren Corona-Hotspot Rheda-Wiedenbrück und in dem dort ansässigen Großschlachtbetrieb des Unternehmens Tönnies hat sich die Lage hingegen entspannt. Unter den nach Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs gemeldeten 31 Corona-Fällen seien nur sechs echte Neuinfektionen, teilte der Kreis Gütersloh mit. Eine zweite Welle bei Tönnies sehe man nicht, hieß es.

Demnach handelt es sich bei den meisten um Altfälle, also Personen, die schon vor Wochen einen positiven Befund hatten und bei denen das Virus noch nachweisbar ist, die aber nicht mehr ansteckend sind. Der Fleischkonzern selbst spricht von 26 alten und nur fünf neuen Fällen, also einem Fall weniger als die Behörde.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa