Panorama

Tempo legt weiter zu Fast eine Million Menschen an einem Tag geimpft

30 Millionen Impfungen bis Weihnachten: Das Ziel des designierten Kanzlers Olaf Scholz ist sportlich. Zumindest muss das Tempo weiter erhöht werden. Eine Zielmarke ist in greifbarer Nähe: Am Mittwoch gab es fast eine Million Spritzen.

Deutschland kommt der Zahl von einer Million Corona-Impfungen pro Tag wieder näher. Am Mittwoch ließen sich insgesamt 987.000 Menschen den Piks geben. Vier von fünf Impfwilligen erhielten dabei eine Auffrischungsimpfung (Booster), wie aus dem Impfdashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht.

Am Dienstag waren es noch 807.000 verabreichte Dosen. Der Rekord wurde bisher am 9. Juni mit 1,4 Millionen Dosen erzielt. Vollständig geimpft - für diesen Status ist eine Auffrischungsimpfung bisher nicht erforderlich - sind inzwischen 68,7 Prozent der Bevölkerung und 79,3 Prozent aller Erwachsenen über 18 Jahren.

Bund und Länder wollen bis Weihnachten 30 Millionen Impfungen verabreichen - diese Zahl hatte der designierte Kanzler Olaf Scholz von der SPD ausgegeben. Dazu müsste rein rechnerisch das Tempo noch deutlich gesteigert werden. Experten zeigten sich zuletzt skeptisch, dass das Ziel erreicht werden kann. Bisher sind 59,5 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft worden, 11,3 Millionen haben bereits einen Booster erhalten. Bei den Herstellern hat der Impfstoff von Biontech/Pfizer laut RKI einen Anteil von 77 Prozent an allen bis zum 28. November verabreichten Impfdosen.

Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es.

Bund und Länder diskutieren derzeit über die Einführung berufsspezifischer, aber auch einer allgemeinen Impfpflicht, die frühestens im kommenden Frühjahr über ein Bundesgesetz geregelt werden soll. Eine allgemeine Impfpflicht bleibt aber nach wie vor umstritten.

Bund organisiert weitere Impfdosen

Für die geplante Beschleunigung der Corona-Impfungen bis zum Jahresende organisiert der Bund zusätzliche Impfdosen. Nach Verhandlungen mit dem Hersteller Moderna kann eine Lieferung von zehn Millionen Dosen aus dem dritten Quartal 2022 auf Dezember vorgezogen werden, wie aus Informationen des Gesundheitsministeriums für die Bund-Länder-Beratungen hervorgeht. Dies entspricht 20 Millionen Booster-Dosen, da bei Moderna dafür eine halbe Dosis gespritzt wird. Zudem sollen acht Millionen Moderna-Dosen zusätzlich im Dezember kommen.

Nachjustiert werden sollen nun auch Biontech-Lieferungen. Nach einer Vereinbarung mit dem Hersteller könne ein Teil der wochenweise aufgeteilten Lieferungen für Dezember vorgezogen werden. Dadurch könnten die Lieferungen an die Impfstellen in der Woche vom 13. Dezember auf fünf Millionen Dosen aufgestockt werden. Die Menge der Folgewochen reduziere sich dann entsprechend. Das Ministerium verhandelt zudem mit anderen EU-Ländern, die ihre Biontech-Dosen aktuell nicht komplett benötigen. Ziel sei, zwei bis drei Millionen zusätzliche Dosen im Dezember übernehmen zu können, heißt es.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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