Panorama

Brand im Berliner Grunewald Feuer brennt weiter, AVUS bleibt gesperrt

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Die Berliner AVUS, auch bekannt als A115, bleibt gesperrt.

(Foto: dpa)

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Noch immer ist der Brand im Berliner Grunewald nicht unter Kontrolle, und auch die Stadtautobahn AVUS bleibt gesperrt. Das wurde am Vormittag entschieden. Trotzdem ist die Lage stabil. Jetzt ist das Ziel der Feuerwehr, näher an den Sprengplatz heranzukommen.

Die Berliner Autobahn AVUS bleibt wegen des Brands im Grunewald gesperrt. Die Feuerwehr begründete dies mit der weiterhin gefährlichen Lage. Ziel sei es nun, den Gefahrenbereich zu verkleinern. Auf der parallel zur Autobahn, aber in etwas größerem Abstand zum Waldbrand verlaufenden Bahnstrecke fahren dagegen seit Samstag wieder Züge. Die Löscharbeiten gehen unterdessen weiter. Im Tagesverlauf wollen Feuerwehrleute versuchen, näher an den Sprengplatz heranzukommen, auf dem das Feuer ausgebrochen war. Dort brennt es zwar nicht mehr, der Boden ist aber noch extrem heiß. Die Lage im Einsatzgebiet sei stabil, aber noch nicht unter Kontrolle, hieß es.

Das Areal um den Sprengplatz sei deshalb weiter "der Einsatzschwerpunkt schlechthin", sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. Die Einsatzkräfte versuchen dort weiter, den Boden zu kühlen. Dabei kämen unter anderem ein Löschpanzer und ferngesteuerte Löschroboter zum Einsatz, weil das Betreten des Platzes für Feuerwehrleute lebensgefährlich ist.

"Durch die Kühlung erhoffen wir uns, eine gute Prognose zu bekommen, dass der Sperrkreis irgendwann im Laufe des Tages verkleinert werden kann", so Kirstein. Dann könne auch die AVUS wieder freigegeben werden. "Aber ich sage es ganz deutlich, wir gehen besonnen vor. Die Gefahr, die noch durch die Munition und Kampfmittel besteht, ist nicht zu unterschätzen." Daher sei Geduld gefragt. Sollte ein Sprengkörper explodieren, könnten Teile davon Einsatzkräfte verletzten oder auf die Autobahn geschleudert werden und dann Autofahrer in Mitleidenschaft ziehen.

Der Brand im Grunewald war in der Nacht zum Donnerstag ausgebrochen. Auf dem Gelände des Sprengplatzes, auf dem tonnenweise alte Granaten, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper in Gebäuden lagern, hatte es Feuer und Explosionen gegeben. Den Sprengplatz zur Vernichtung von Waffen und Explosivstoffen gibt es seit 1950.

Boden noch sehr heiß

Im Wald brennt es laut Feuerwehr weiter, es gebe noch mehrere Glutnester. "Die bereiten uns nicht unbedingt Bauschmerzen, aber sie müssen im Laufe des Tages bearbeitet werden. Das ist das große Ziel, dass wir dann auch näher an den Sprengplatz heranrücken", sagte der Feuerwehrsprecher. Über Nacht beobachteten die Einsatzkräfte die Lage, im Dunkeln fanden aber keine Löscharbeiten statt.

Angesichts der Ereignisse wird darüber diskutiert, ob sich der Sprengplatz an der richtigen Stelle befindet. Kurzfristig werde Brandenburg bei der Beseitigung von Kampfmitteln aushelfen, sagte Berlins Innensenatorin Iris Spranger am Sonntagabend im RBB. Zur Diskussion über eine langfristige Zusammenarbeit beider Länder bei der Beseitigung von Kampfmitteln sagte die SPD-Politikerin, nach dem aktuellen Einsatz werde man zunächst die Ursache klären.

"Ich möchte mit keiner 250-Kilo-Bombe über 1,5 Stunden über irgendeine Autobahn fahren", fügte sie hinzu. Vor 70 Jahren habe man sich etwas bei der Auswahl des Standortes für den Sprengplatz gedacht. Da dieser nicht nahe Wohngebieten liege, könne die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner sowie der Sicherheitskräfte gewährleistet werden.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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