Panorama

Unwetter in Süddeutschland Feuerwehr rückt zu zahlreichen Einsätzen aus

Orkan, Tauwetter, Dauerregen und Neuschnee: Die Woche beschert Süddeutschland zum Start einen turbulenten Wettermix. In vielen Regionen steigen die Pegelstände. Die Feuerwehr muss eingeschlossene Menschen befreien, die Polizei sperrt Autobahnabschnitte.

Überflutete Fahrbahnen, überschwemmte Anwesen, eingeschlossene Menschen: Heftige Regenfälle haben vor allem im Südwesten Deutschlands viele Rettungseinsätze ausgelöst. Der Ortskern der Gemeinde Aach bei Trier wurde in der Nacht von einem Bach überschwemmt, wie ein Sprecher der Technischen Einsatzleitung sagte. Genauere Informationen zu Schäden gab es bislang nicht.

Im Konzer Ortsteil Oberemmel trat ein Weiher über das Ufer, von den Wassermassen wurden Menschen in einem Haus eingeschlossen, die Feuerwehr rettete sie in der Nacht. An vielen Stellen in dem Kreis sperrten Einsatzkräfte überschwemmte Bundes- und Landstraßen. Insgesamt 440 Kräfte waren im Einsatz. Die Bahnstrecke zwischen Perl und Trier war am Morgen nicht befahrbar.

Nach kräftigen Regenfällen steigen die Wasserstände an der Mosel kräftig an: Am frühen Morgen lag der Pegelstand Trier nach Angaben des Hochwassermeldezentrums bei über 8,40 Metern, die Tendenz war weiter steigend. Der normale Pegelstand liegt in Trier bei etwa 3,25 Metern. Grund für die steigenden Pegelstände sind vor allem starke Niederschläge in Frankreich in den Vogesen, wo die Mosel entspringt. Die Mosel mündet bei Koblenz in den Rhein. Nach und nach werde der Wasserstand nun überall an der Mosel steigen, sagte der Sprecher des Meldezentrums am Montag.

In Saarbrücken sperrte die Polizei am frühen Morgen die Stadtautobahn. Orkanartige Böen und ergiebiger Dauerregen führten auch in Teilen Baden-Württembergs zu vielen Einsätzen von Polizei und Feuerwehr. In Stetten am kalten Markt bei Sigmaringen fiel ein Baum auf ein Wohnhaus, durchschlug das Dach und beschädigte drei Autos. Der Schaden beträgt laut Polizei etwa 60.000 Euro. Dutzende Male mussten Feuerwehr und Polizei in Freiburg und Umgebung ausrücken. Am Morgen twitterte die Polizei: "Das Unwetter hält Einsatzkräfte in Atem. Im gesamten Präsidiumsbereich kommt es durch umgestürzte Bäume zu Gefahren im Straßenverkehr - wir bitten um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme. Bitte meidet die Dämme der größeren Flüsse in unserer Region."

Orkanartige Böen bereiten Probleme

Auch im Kreis Waldshut seien die Einsatzkräfte ziemlich beschäftigt gewesen: Der Wind habe Ziegel von zwei Häusern abgedeckt und zahlreiche Bäume und Bauzäune umgestürzt. Die Polizei in Karlsruhe berichtete von umgestürzten Bäumen, vereinzelt waren kleinere Straßen überschwemmt und Keller überflutet. In Stuttgart fiel ein Baum auf ein Auto. Verletzte gab es den Angaben zufolge bislang nicht.

Orkanartige Böen und teils ergiebiger Dauerregen sorgten in Bayern für Probleme. Wegen des Sturms wurde der Münchener S-Bahn-Verkehr der Linien S1 und S2 am Morgen teilweise gesperrt. Bäume seien umgeknickt und in die Oberleitungen gefallen, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Westlich von Augsburg traten zwei Flüsse über die Ufer und überfluteten zwei kleinere Straßen. Im nördlichen Schwaben gab es nach Polizeiangaben etwas mehr Unfälle als sonst, sieben Menschen wurden demnach seit Montagmittag verletzt. Im Erzgebirge und im Thüringer Wald fiel in der Nacht auf Dienstag Schnee. In bergigen Regionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen soll der Schnee auch liegen bleiben, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte: "Da ist auch Obacht auf der Straße geboten."

Die Wetterredaktion von RTL/ntv berichtete, dass der Sturm in Bayern weitestgehend überstanden ist. Es gebe jedoch kräftige Schneefälle am Alpenrand und Erzgebirge. Auch im Schwarzwald sei der Regen in Schnee übergegangen, was die Lage entspannt habe.

Quelle: ntv.de, jki/fzö/dpa