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Zu hoher Salzgehalt die Ursache? Fische starben nicht an Schwermetallen in der Oder

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Der hohe Salzgehalt der Oder könnte andere giftige Stoffe im Wasser oder im Bodensediment aktiviert haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Tausende tote Fische treiben in der Oder. Der Grund für das Fischsterben kann nach ersten Untersuchungen nicht Quecksilber sein. Auch Schwermetalle schließt Polen als Ursache aus. Stattdessen fokussiert sich der Verdacht der Experten auf den ungewöhnlich hohen Salzgehalt des Wassers.

Das Fischsterben in der Oder ist nach Angaben der polnischen Regierung nicht auf Schwermetalle zurückzuführen. Dies hätten weitere Analysen toter Fische durch das staatliche Veterinärinstitut ergeben, schrieb Umweltministerin Anna Moskwa auf Twitter.

Zuvor hatte die Regierung in Warschau bereits erhöhte Quecksilberwerte als Ursache ausgeschlossen. Die Analysen wiesen aber auf erhöhte Salzwerte im Wasser hin und stimmten somit mit den Erkenntnissen der deutschen Behörden überein, sagte Moskwa der Nachrichtenagentur PAP. "Der hohe Salzgehalt der Oder hat möglicherweise andere giftige Stoffe im Wasser oder im Bodensediment aktiviert. Die toxikologische Untersuchung der Fische wird dazu beitragen, eventuelle Schadstoffe festzustellen, die zum Tod der Tiere beigetragen haben."

210.000 Euro Belohnung für Aufklärung

Nach Angaben von Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel von den Grünen weist die Oder "sehr stark erhöhte Salzfrachten" auf. Der Begriff Salzfrachten bezeichnet im Wasser gelöste Salze. Polens Regierung vermutet, dass der Fluss mit Chemie-Abfällen vergiftet wurde. Die polnische Polizei hat eine Belohnung von umgerechnet 210.000 Euro für die Aufklärung ausgesetzt. "Wir wollen die Schuldigen finden und die Täter des Umweltverbrechens bestrafen, um das es hier wahrscheinlich geht", betonte Regierungschef Mateusz Morawiecki.

Das Fischsterben in der Oder beunruhigt seit Tagen die Menschen, die in Polen und Deutschland an dem Fluss leben. Polnische Behörden hatten nach Regierungsangaben bereits Ende Juli erste Hinweise darauf bekommen, dass in dem Fluss massenweise verendete Fische treiben.

Nach Angaben des Innenministeriums in Warschau sind derzeit 2000 Polizisten, mehr als 300 Feuerwehrleute sowie 200 Soldaten an den Ufern der Oder im Einsatz. Sie helfen bei der Bergung verendeter Fische und warnen Bürger, den Kontakt mit dem Wasser zu meiden.

Quelle: ntv.de, can/dpa

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