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Vergewaltigung in Wien? Frankreich liefert US-Rapper aus

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(Foto: picture alliance / dpa)

Hat US-Rapper Freddie Gibbs nach einem Konzert in Wien zwei Frauen mit K.o.-Tropfen betäubt und dann vergewaltigt? Das wird ihm zumindest vorgeworfen. Jetzt wurde er in Toulouse festgenommen und soll ausgeliefert werden.

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Der nach Vergewaltigungsvorwürfen in Frankreich festgenommene US-Rapper Freddie Gibbs soll an Österreich überstellt werden. Das entschied das Berufungsgericht der südfranzösischen Stadt Toulouse, wie Gibbs' Anwalt Michaël Malka mitteilte. Der 34-Jährige war Anfang Juni auf Grundlage eines in Österreich ausgestellten europäischen Haftbefehls vor einem Konzert in Toulouse festgenommen worden.

Gibbs wird die Vergewaltigung von zwei Frauen nach einem Konzert in Wien im Juli 2015 vorgeworfen. Die Frauen sollen im Backstage-Bereich mit K.o.-Tropfen betäubt, in das Hotel der Band gebracht und dann von dem Rapper und einem weiteren Mann vergewaltigt worden sein.

Der Musiker - mit bürgerlichem Namen Fredrick Tipton - weist die Anschuldigungen entschieden zurück. Sein US-Anwalt Scott Leemon erklärte, es gebe keinerlei Beweise gegen den Rapper. Die Anzeige sei zudem erst "Monate" nach dem fraglichen Abend erstattet worden.

Die österreichische Justiz stellte am 31. Mai einen europäischen Haftbefehl aus. Gibbs wurde in Toulouse festgenommen, gegen Zahlung einer Kaution von 50.000 Euro aber unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Sein französischer Anwalt Malka betonte, Gibbs wolle sich "weder der französischen noch der österreichischen Justiz entziehen". Er lehne aber eine Überstellung nach Österreich ab und wolle als freier Mann vor die Justiz des Landes treten. Um eine Überstellung zu verhindern, könnte Gibbs vor Frankreichs Obersten Gerichtshof ziehen.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa