Panorama

Allen Risiko-Faktoren zum Trotz Franziskus verzichtet auf Maske bei Audienz

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Zumindest der Fotograf hält Abstand.

(Foto: via REUTERS)

Die Einschläge kommen näher: 13 Schweizer Gardisten sind nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Doch der Papst hält an seiner Gewohnheit fest und trägt bei Terminen keinen Mund-Nasen-Schutz. Dabei ist Franziskus ein Hochrisiko-Patient.

Papst Franziskus hat ohne Gesichtsmaske Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez zu einer Audienz empfangen. Auf einem Foto, das der spanische Regierungschef nach dem Treffen veröffentlichte, trugen weder Sánchez noch seine Frau oder der Papst Masken als Schutz vor dem Coronavirus. Auch auf einem Video, das der Vatikan später veröffentlichte, sprach der 83-jährige Franziskus ohne Mund-Nasen-Bedeckung vor dem mit Abstand zu ihm sitzenden Publikum.

Die Gewohnheit des Papstes, trotz der auch in Italien wieder steigenden Corona-Infektionszahlen keine Maske zu tragen, verwundert Beobachter. Dabei hat sich auch das Coronavirus im Vatikan selbst ausgebreitet. So sind mehrere Mitglieder der Schweizer Garde infiziert. Unter den 13 nachweislich Betroffenen gebe es bisher keine schweren Krankheitsverläufe, nur einige der Gardisten zeigten Symptome wie Fieber, Husten, Gelenkschmerzen und einen Verlust des Geruchssinns, hieß es. Die bunt uniformierten Wachen schützen Papst Franziskus und seine Residenz.

Am Dienstag hatte Franziskus bei einer Veranstaltung in Rom erstmals in der Öffentlichkeit eine Maske getragen, am Mittwoch dann für seine wöchentliche Audienz aber wieder darauf verzichtet. Der Papst selbst wäre ein Hochrisiko-Patient, sollte er sich anstecken: Wegen seines Alters und auch, weil ihm als junger Mann Teile seiner Lunge wegen einer Krankheit entfernt worden waren.

Sánchez und seine Ehefrau trugen bei ihrer Ankunft im Vatikan Masken, aber nicht mehr, als sie den Komplex verließen. Der Ministerpräsident sagte, er und der Papst hätten darin übereingestimmt, dass die Coronavirus-Pandemie durch Multilateralismus und mit Augenmerk auf den Aufbau "einer gerechteren und fürsorglicheren Welt" angegangen werden müsse. In einer separaten Erklärung sagte der Vatikan, während des Treffens seien auch Angelegenheiten der Europäischen Union, die Migration und die Beziehungen zwischen dem Vatikan und Spanien diskutiert worden.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa