Panorama

Embryo vertauscht?Frau trägt unwissentlich fremdes Baby aus

22.01.2026, 14:04 Uhr
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Wer sind die genetischen Eltern von "Baby Doe"? (Foto: picture alliance / empics)

Mithilfe einer Embryonentransplantation bringt eine Frau ein Baby zur Welt. Das Merkwürdige: Beide Elternteile sind weiß, das Kind offenbar nicht. Nun klagt das Ehepaar gegen die Kinderwunschklinik.

Ein Ehepaar aus dem US-Bundesstaat Florida verklagt eine Kinderwunschklinik in Orlando. Der Grund: Die Frau hat offenbar ein Kind zur Welt gebracht, das genetisch gesehen gar nicht ihres ist. Das berichtet das US-Magazin "People".

Die frischgebackenen Eltern, die in den Gerichtsakten lediglich mit den Platzhalternamen John und Jane Doe genannt werden, hätten sich nach der Geburt des Babys über dessen Aussehen gewundert. Sie selbst seien weiß, das Kind aber offenbar nicht.

Gentest gibt Gewissheit

Laut "People"-Bericht hätten sie deshalb einen Gentest gemacht, um auf Nummer sicher zu gehen. Das Ergebnis: Das neugeborene Mädchen sei weder mit der Mutter noch mit dem Vater biologisch verwandt. Sie gingen also davon aus, dass der Frau im Kinderwunschzentrum ein fremder Embryo eingesetzt wurde.

"Ebenso besorgniserregend für die Kläger ist die offensichtliche Möglichkeit, dass einer anderen Person einer oder mehrere ihrer Embryonen eingesetzt wurden und dass diese Person mit einem oder mehreren ihrer Kinder schwanger ist oder war und diese derzeit betreut", zitiert der Lokalsender "WFLA" die Klageschrift.

"Bindung mit jedem Tag stärker"

Laut dem Bericht hätte sich das Ehepaar Anfang Januar an das Fertility Center of Orlando gewandt, um mit den genetischen Eltern des Kindes in Kontakt zu treten. Zum Zeitpunkt der Klageeinreichung hätten sie jedoch noch immer auf eine Antwort gewartet.

"Zwischen John und Jane Doe und dem ungeborenen Kind, das Jane Doe während ihrer neunmonatigen Schwangerschaft trug, entstand eine extrem starke emotionale Bindung. Und trotz des sicheren Wissens, dass Baby Doe nicht ihr genetisch verwandtes Kind ist, wird die emotionale Bindung mit jeder Minute und jedem Tag, an dem Baby Doe in ihrer Obhut bleibt, stärker", heißt es weiter in der Klageschrift.

Das Paar sei bereit, das Baby in seiner Obhut zu behalten. Allerdings sollte das kleine Mädchen "rechtlich und moralisch mit ihren genetischen Eltern vereint werden, solange diese geeignet, fähig und bereit sind, es aufzunehmen".

Auch weitere Familien betroffen?

Laut den "WFLA" vorliegenden Gerichtsakten verlangen die Kläger unter anderem, dass die Klinik allen Patientinnen der vergangenen fünf Jahre sowie allen Kindern, die dort durch Embryonenimplantation gezeugt wurden, kostenlose Gentests anbietet. Außerdem sollten alle Patientinnen über etwaige Unstimmigkeiten informiert werden, die im Rahmen des Tests auftreten.

"Wir kooperieren aktiv mit den Ermittlungsbehörden, um eine unserer Patientinnen bei der Aufklärung eines Fehlers zu unterstützen, der zur Geburt eines Kindes geführt hat, das nicht mit ihr genetisch verwandt ist", erklärte das Kinderwunschzentrum Orlando laut "People" in einer Stellungnahme. "Mehrere Institutionen sind in diesen Prozess involviert, und alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck daran, den Zeitpunkt und den Ort des Fehlers zu ermitteln." Unabhängig vom Ergebnis der Ermittlungen biete man den Betroffenen "jede erdenkliche Unterstützung" an.

Quelle: ntv.de, apr

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