Panorama

Mädchen betäubt und vergewaltigt Freiburger Polizei sucht weitere Täter

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Die Polizei sucht im Fall der Gruppenvergewaltigung vor einem Freiburger Nachtclub weitere Tatverdächtige: Sieben Syrier und ein Deutscher sitzen bereits in Untersuchungshaft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die brutale Vergewaltigung einer 18-Jährigen vor einer Disko in Freiburg wirft zahlreiche Fragen auf. Bislang sitzen acht Männer in Untersuchungshaft, darunter sieben Syrer. Die Ermittler prüfen, ob es noch weitere Täter gibt. Die Auswertung von Körperspuren läuft.

Dieser Fall löst bundesweit Entsetzen aus: An der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg könnten womöglich mehr Täter beteiligt gewesen sein als bislang bekannt. Entsprechende Verdachtsmomente würden geprüft, hieß es. Die Arbeit der "Ermittlergruppe Club" laufe auf Hochtouren, sagte eine Sprecherin der Freiburger Polizei. Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart seien derzeit 13 Beamte damit befasst, weiteren Hinweisen nachzugehen.

Es sei möglich, dass es noch weitere Täter gebe, erklärte die Polizeisprecherin. Über am Tatort und am Opfer gefundene Körperspuren könnten diese ermittelt werden. Die Spuren würden derzeit im Labor untersucht. Dies nehme Zeit in Anspruch.

Zur Aufklärung der Tat bittet die Polizei weiter um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. Mögliche Zeugen der Tatnacht zum 14. Oktober werden aufgerufen sich unter der Rufnummer 0761 - 88 25 777 zu melden. Neue Erkenntnisse aus den laufenden Ermittlungen wollten Polizei und Staatsanwaltschaft unter Verweis auf eine mögliche Gefährdung ihrer Arbeit vorerst nicht bekanntgeben.

Opfer mit Getränk betäubt

Zum Ablauf der Tat ist bislang folgendes bekannt: Am Abend des 13. Oktober hatte die 18-Jährige mit einer Freundin eine Diskothek in einem Gewerbegebiet im Norden Freiburgs besucht. Dort soll sie von einem nicht näher bekannten Mann ein Getränk erhalten haben, in das offenbar ein starkes Betäubungsmittel gemischt war. "Die bisherigen Untersuchungen des LKA legen eine Beeinflussung des Opfers mit berauschenden Mitteln nahe", heißt es dazu in der Mitteilung der Polizei. Die genaue Analyse der verwendeten Substanz steht noch aus.

Gegen Mitternacht verließ die Frau dann gemeinsam mit dem Mann die Diskothek. In einem nahegelegenen Gebüsch kam es nach Angaben der Geschädigten zu einem sexuellen Übergriff. Danach soll der Täter in die Disko zurückgekehrt sein, um weitere Männer zur Vergewaltigung der zwischenzeitlich wehrlosen jungen Frau anzustiften. Mehrere weitere Täter sollen sich daraufhin über Stunden hinweg an ihr vergangen haben. Am Tag nach dem Vorfall erstattete die 18-Jährige auf einem Polizeirevier Anzeige gegen Unbekannt.

Treffer in der Datenbank

Die Behörden richteten daraufhin umgehend die 13-köpfige Ermittlergruppe ein, die von Experten der Spurensicherung beim Landeskriminalamt unterstützt wurden. Bei der Auswertung der sichergestellten DNA-Spuren gab es dann Ende vergangener Woche gleich mehrere Treffer. Am vorvergangenen Wochenende konnte dann ein 19-jähriger Tatverdächtiger mit syrischer Staatsangehörigkeit in einer Flüchtlingsunterkunft in Freiburg festgenommen werden.

"Weitere intensive Ermittlungen, Vernehmungen, kriminaltechnische Untersuchungen sowie verdeckte Maßnahmen" hätten im Laufe der vergangenen Woche "nach und nach zur Festnahme weiterer sieben Tatverdächtiger" geführt, wie die Polizei mitteilte. Die insgesamt sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher sitzen wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft. Konkret wird ihnen vorgeworfen, die Studentin vergewaltigt zu haben.

Fast alle der gefassten Tatverdächtigen seien den Behörden bereits wegen anderer Straftaten bekannt, hieß es. Die meisten von ihnen lebten in Flüchtlingsunterkünften in und um Freiburg. Ob sie sich zu den Vorwürfen geäußert haben, wollten die Ermittler zunächst nicht sagen. "Die Beteiligung weiterer Personen kann nicht ausgeschlossen werden."

Für die Öffentlichkeit hat die Aufklärung dieses Falls besondere Bedeutung: Freiburg war schon nach dem Mord an einer Studentin vor rund zwei Jahren in die Schlagzeilen geraten. Ein junger Flüchtling war daraufhin festgenommen und im März verurteilt worden. Die damalige Tat sowie weitere Verbrechen in der Region hatten eine Debatte über die deutsche Flüchtlingspolitik ausgelöst.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa