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Alters-Gutachten liegt vor Freiburger Verdächtiger längst volljährig

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Die Studentin wurde am Ufer der Dreisam angegriffen.

(Foto: dpa)

Maximal zehn Jahre oder lebenslang - vor Gericht ist das Alter eines Angeklagten für das Strafmaß oft erheblich. Bei dem Freiburger Flüchtling, der mutmaßlich eine Studentin tötete, herrscht nun Klarheit.

Im Fall des Sexualmords an einer Studentin in Freiburg wird der tatverdächtige Flüchtling Hussein K. voraussichtlich nach Erwachsenenstrafrecht angeklagt. Das von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene Altersgutachten lege nahe, dass er zur Tatzeit mindestens 22 Jahre alt war und nicht wie von ihm angegeben 17 Jahre, teilte die Behörde mit.

Schon kurz nach seiner Festnahme waren Zweifel an der Altersangabe aufgekommen. Später stellte sich heraus, K. hatte bereits 2013 eine Gewalttat an einer jungen Frau auf der griechischen Insel Korfu begangen. Die Frau hatte schwerverletzt überlebt. Dafür wurde er in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, im Oktober 2015 jedoch unter Auflagen vorzeitig entlassen.

Danach tauchte Hussein K. offenbar unter und kam im November 2015 ohne Papiere als angeblich minderjähriger, unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland. Er beantragte Asyl und lebte in Freiburg bei einer Pflegefamilie.

Ihm wird vorgeworfen, Mitte Oktober in Freiburg am Ufer des Flusses Dreisam eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und ermordet zu haben. Die junge Frau war nachts alleine mit dem Fahrrad von einer Studenten-Party nach Hause unterwegs, als sie Opfer des Verbrechens wurde. Sieben Wochen später fasst die Polizei den mutmaßlichen Mörder. Er war aufgrund von Überwachungsbildern und DNA-Spuren gefasst worden.

Den Daten der griechischen Behörden nach wurde er am 1. Januar 1996 geboren und wäre damit 20 Jahre alt. Bei seiner Einreise nach Deutschland hatte er sich als 16-Jähriger ausgegeben. Wäre er zur Tatzeit 17 Jahre alt gewesen, würde Jugendstrafrecht gelten. Nach Erwachsenenstrafrecht droht dem Verdächtigen in dem Mordprozess den Angaben zufolge eine lebenslange Freiheitsstrafe. Nach Jugendstrafrecht wären höchstens zehn Jahre Haft möglich.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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