Panorama

Slowenien schaltet AKW ab Fünf Tote bei Erdbeben in Kroatien

53a4483b39eeb77306310a985974f5b5.jpg

(Foto: dpa)

Zum zweiten Mal innerhalb von 30 Stunden bebt die Erde in Zentralkroatien. Und der neuerliche Erdstoß ist deutlich kräftiger. Er ist auch in den Nachbarländern Österreich, Ungarn und Italien zu spüren. Slowenien fährt zur Sicherheit ein Atomkraftwerk herunter.

Kroatien ist den zweiten Tag in Folge von einem Erdstoß erschüttert worden. Nach Behördenangaben sind mindestens fünf Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Das Beben in der Zentralregion hatte eine Stärke von 6,4, wie wie US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Das europäische Seismologische Zentrum EMSC hatte die Stärke des Bebens zunächst mit 6,2 angegeben. Armeekräfte seien als Helfer in die Erdbebenregion entsandt worden, sagte Ministerpräsident Andrej Plenkovic. "Es breitet sich eine generelle Panik aus, die Menschen suchen nach ihren Liebsten", sagte der Bürgermeister des Ortes Petrinja, Darinko Dumbovic.

Medien berichteten auch von erheblichen Sachschäden in der kroatischen Hauptstadt sowie im Umfeld des Epizentrums, das rund 45 Kilometer südöstlich von Zagreb lag. Es war das zweite Beben in Folge innerhalb von 30 Stunden. Es war auch in vielen Regionen Österreichs spürbar, etwa in Kärnten, in der Steiermark und im Raum Wien. Auch in der ungarischen Hauptstadt Budapest zitterte die Erde. Eine Augenzeugin berichtete von wackelnden Schränken und Schäden an Fensterscheiben. Slowenien fuhr aus Sicherheitsgründen ein Atomkraftwerk herunter.

Selbst in einigen Gebieten Italiens war das Erdbeben zu spüren, wie die italienische Zivilschutzbehörde mitteilte. Die Behörde stehe im Kontakt mit ihren Einrichtungen vor Ort. Auf Twitter schrieben zahlreiche italienische User, sie hätten das Beben gespürt.

Das AKW Krsko ist das einzige slowenische Atomkraftwerk und liegt rund hundert Kilometer östlich der Hauptstadt Ljubljana. Der 700-Megawatt-Reaktor wurde während der jugoslawischen Ära gebaut und 1983 in Betrieb genommen.  Das Atomkraftwerk Krsko gehört Slowenien und Kroatien gemeinsam. Es liefert 20 Prozent des in Slowenien benötigten Stroms und deckt 15 Prozent des Bedarfs von Kroatien ab.

Am Montag waren im selben Gebiet Erdstöße der Stärke 5,2 und 5,0 verzeichnet worden. Erst im März hatte ein Erdbeben der Stärke 5,4 in Zagreb große Schäden angerichtet. Eine Jugendliche war gestorben, mehr als zwei Dutzend Menschen waren verletzt worden.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.