Panorama

Leiche in Mexiko gefunden Geflohener Kartell-Killer erschossen

Ein Polizist bewacht einen Tatort in einem Außenbezirk von Ciudad Juárez. Die Leiche einer Frau wurde auf einem Schuttabladeplatz gefunden. Die Stadt ist seit 2007 einer der Hauptschauplätze des mexikanischen Drogenkrieges.

Seit Jahren wird Mexiko von einem äußerst blutigen Drogenkrieg erschüttert.

(Foto: REUTERS)

José Rodrigo Aréchiga stand in den USA unter Hausarrest. Doch er floh offenbar nach Mexiko, wo nun seine Leiche entdeckt wird. Der 39-Jährige galt als einer der Anführer des Killerkommandos des Sinaloa-Drogenkartells von "El Chapo".

Ein mexikanischer Gangster, der aus dem Hausarrest in den USA geflohen war, ist in Mexiko getötet worden. Die Leiche von José Rodrigo Aréchiga alias "El Chino Ántrax" (Der Chinese Anthrax) wurde inzwischen identifiziert, nachdem sie am Samstag auf einer Schotterstraße nahe der Stadt Culiacán im Nordwesten des Landes entdeckt worden war, wie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Sinaloa mitteilte. Auch die leblosen Körper seiner Schwester und seines Schwagers waren dort gefunden worden, nach Medienberichten in einem Auto.

Culiacán ist die Hauptstadt des Bundesstaates Sinaloa und die Wiege des einst von Joaquín "El Chapo" Guzmán angeführten Sinaloa-Drogenkartells, dessen Killer-Truppe "Los Ántrax" Aréchiga mit angeführt hatte. Dieser war Ende 2013 am Schiphol-Flughafen von Amsterdam auf Antrag der US-Behörden festgenommen und dorthin ausgeliefert worden. Im vergangenen Dezember wurde ihm in Kalifornien Hausarrest gewährt. Er wurde am 6. Mai nicht zu Hause angetroffen und seitdem gesucht.

Aréchiga wurde nach Medienberichten 39 Jahre alt. Er und die zwei anderen Opfer sollen von Bewaffneten aus einem Haus in Culiacán entführt worden sein. Nähere Informationen zu den Umständen ihres Todes gab es zunächst nicht.

Das Sinaloa-Kartell ist mit dem Juárez-Kartell im Konflikt um Territorien. Der Ex-Drogenboss Guzmán war im vergangenen Juli in New York zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im Oktober hielt das Sinaloa-Kartell die Stadt Culiacán stundenlang mit Gewalt in Atem, als Sicherheitskräfte einen Sohn von Guzmán festnehmen wollten. Dieser wurde schließlich freigelassen, um ein Blutbad zu verhindern.

Quelle: ntv.de, mli/dpa