Panorama

Engpässe wegen Virus befürchtet Gehen Fukushima die Schutzanzüge aus?

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Polizeibeamte suchen an einem Flussufer in der Präfektur Fukushima nach den Überresten von Menschen, die seit dem schweren Erdbeben und dem Tsunami 2011 verschollen sind.

(Foto: picture alliance/dpa)

Neun Jahre nach dem Atomunglück laufen in Fukushima noch Aufräumarbeiten. Das Personal vor Ort schützt sich mit in China hergestellten Mänteln vor radioaktivem Staub. Doch wegen des Coronavirus ist die Fertigung der Schutzanzüge in Gefahr. Die Alternative? Herkömmliche Regenmäntel.

Das neuartige Coronavirus hat womöglich auch bald Auswirkungen auf die Arbeiter im 2011 havarierten japanischen Atomkraftwerk in Fukushima. Wegen der Virus-Epidemie sei die Herstellung der in China gefertigten speziellen Schutzanzüge in Gefahr, erklärte der AKW-Betreiber Tepco. Deshalb müssten die Angestellten stattdessen möglicherweise bald Plastikregenmäntel tragen.

Das Personal, das die nach einem schweren Erdbeben und einem Tsunami zerstörte Anlage aufräumt, trägt spezielle Schutzmäntel. Diese verhindern, dass sich radioaktiver Staub auf der Kleidung oder dem Körper festsetzt. Tepco braucht etwa 6000 dieser Schutzmäntel pro Tag.

"Wir könnten wegen des Covid-19-Ausbruchs Schwierigkeiten haben, bestimmte spezielle Artikel von unseren üblichen Lieferanten zu bekommen", sagte ein Tepco-Sprecher. "Wir haben zum Beispiel Mäntel mit durchsichtigen Taschen, durch die der Dienstausweis und ein Strahlungsmessgerät sichtbar sind. Es ist möglich, dass dieselben Produkte nicht erhältlich sind", fügte er hinzu.

Keine Auswirkungen auf Sicherheit

In diesem Fall wäre Tepco gezwungen, auf im Handel erhältliche Produkte wie Plastikregenmäntel zurückzugreifen, sagte der Sprecher. Auswirkungen auf die Sicherheit hat das nach Angaben des Unternehmens nicht, da die Schutzmäntel nicht dazu bestimmt seien, die Arbeiter vor Strahlung zu schützen.

In Fukushima hatte sich im März 2011 infolge des Erdbebens und des Tsunamis das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe 1986 ereignet. Tepco und die japanische Regierung schätzen, dass sie rund 40 Jahre brauchen werden, um die Schäden zu beheben.

Quelle: ntv.de, agr/AFP