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Leichen in Passau und Wittingen Gehörten die Toten zu einem Sexzirkel?

Was verbindet die Toten von Passau und Wittingen miteinander? Auf diese Frage könnten die Ermittler nun die Antwort gefunden haben. Möglicherweise scharten sich vier Frauen in einer Art Sexzirkel um einen Mann. Mit tödlichem Ausgang.

Ein Mann und vier Frauen sind tot, drei Menschen starben in Passau, zwei weitere im niedersächsischen Wittingen. Die Ermittler vermuten, dass sie alle Mitglieder in einer Art Sexzirkel mit Mittelalter-Bezug waren. Torsten W. könnte der Guru der Gruppe gewesen sein. Dies ergaben RTL-Recherchen.

W. starb in der Passauer Pension gemeinsam mit Kerstin E. durch Schüsse aus einer Armbrust. Die tödlichen Pfeile trafen ihn und seine Partnerin ins Herz, so hatte der Passauer Staatsanwalt Wolfgang Feiler am Vormittag das vorläufige Obduktionsergebnis wiedergegeben. Demnach tötete Farina C. erst W. und E., anschließend sich selbst. Die Todesursache der 30-Jährigen gaben die Rechtsmediziner mit einem Armbrust-Schuss in den Hals an.

Da keiner der Passauer Toten Spuren von Drogen- oder Medikamentenkonsum aufwies und auch keine Kampf- oder Abwehrspuren festgestellt werden konnten, vermutet die Polizei eine Tötung auf Verlangen. Man könne das Geschehen auch als erweiterten Suizid betrachten. So bezeichnet man Mordfälle, in denen eine Person zunächst ihr nahestehende Menschen umbringt und anschließend sich selbst. Als Täterin war offenbar C. ausgesucht worden. In dem Zimmer wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch zwei Testamente gefunden, die Polizei schließt die Mitwirkung einer weiteren Person aus.

Ist eine Tote eine vermisste 19-Jährige?

Die in der Wohnung von Farina C. im niedersächsischen Wittingen gefundenen Toten gehörten wohl ebenfalls zu der Gruppe. Gertrud C. war ihre Ehepartnerin. Bei der bisher unbekannten Toten soll es sich nach RTL-Informationen um die 19-jährige Carina U. handeln. Sie war zusammen mit den beiden anderen Frauen an der Adresse in Wittingen gemeldet. Die Eltern der jungen Frau suchten schon seit Längerem nach ihrer Tochter, hatten auch einen Privatdetektiv beauftragt.

*Datenschutz

Alexander Krüger, ein früherer Vermieter der Gruppe, sagte RTL über den Auftrag des Detektivs: "Er sollte sie aus den Fängen meines ehemaligen Mieters befreien." Carina U. hatte sich 2017 von ihren Eltern losgesagt und war über einen Kampfsportverein in Kontakt mit Gertrud C. gekommen. So könnte sie in den mutmaßlichen Sexzirkel hineingerutscht sein.

Nach der Obduktion der Leichen gaben Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt, dass der Todeszeitpunkt nach ersten Erkenntnissen "einige Tage" zurück liege. Damit ist offen, ob die beiden Frauen vor den am Samstag tot aufgefundenen drei Menschen starben oder danach. Bis zu neuen Erkenntnissen über die Todesursache würden voraussichtlich noch mehrere Tage vergehen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim. Es müssten noch weitere Untersuchungen in der Rechtsmedizin erfolgen. Es gebe keine Anzeichen für eine äußere Gewalteinwirkung. Ansonsten könnten die Ermittler "noch gar nichts ausschließen".

Die Identität von U. hat die Polizei bisher nicht bestätigt. Das Alter des zweiten Opfers wurde lediglich mit 19 Jahren angegeben. Die genaue Struktur der Gruppe ist noch unklar, es wird jedoch vermutet, dass sich die Frauen um Torsten W. scharten. Er wurde von Zeugen als seriös wirkend, sorgfältig gekleidet und mit langem weißen Bart beschrieben, sein früherer Vermieter ging davon aus, dass er über erhebliche finanzielle Mittel verfügte. Nach einer tätlichen Auseinandersetzung kündigte er jedoch das Mietverhältnis mit W. für eine Kneipe und eine Wohnung. Krüger berichtete auch, dass W. die Frauen barsch und sehr schlecht behandelt habe. Die Frauen seien komplett schwarz gekleidet gewesen. Zuletzt hatte W. einen Mittelalterladen in Rheinland-Pfalz.

Quelle: n-tv.de, sba/AFP

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