Panorama

US-Gouverneur verweigert Gnade Geisteskranker erhält die Todesspritze

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William Morva wurde erst wegen Raubüberfalls und dann wegen Doppelmordes verurteilt.

(Foto: AP)

Ein vermutlich psychisch kranker Straftäter stirbt im US-Bundesstaat Virginia durch die Todesstrafe. An seiner Zurechnungsfähigkeit gab es für den Gouverneur keine Zweifel, obwohl Gutachten die Krankheit bestätigen.

Trotz zahlreicher Widerstände ist ein mutmaßlich psychisch kranker Todeskandidat in den USA hingerichtet worden. Der wegen Mordes verurteilte William Morva starb durch eine tödliche Injektion, wie die Behörden des Bundesstaates Virginia mitteilten. Eine Begnadigung in letzter Minute hatte der Gouverneur von Virginia, Terry McAuliffe, abgelehnt.

Ein Geschworenengericht hatte den 35-jährigen Morva zum Tode verurteilt und der Gouverneur sah in den ihm vorliegenden Dokumenten keine ausreichenden Gründe, die Entscheidung noch zu kippen. McAuliffe sprach von einer Entscheidung, die aus einem "fairen Verfahren" hervorgegangen ist. Der psychische Zustand des Angeklagten war wichtiger Bestandteil des Verfahrens und wurde auf Grundlage "substanzieller Beweismittel" überprüft. Bei Morva wurde von zwei Psychologen eine schwere geistige Erkrankung ähnlich der Schizophrenie diagnostiziert. Morva sei demnach nicht in der Lage, die Konsequenzen seiner Handlungen zu begreifen.

Zwei UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechtsangelegenheiten hatten am Tag vor der Hinrichtung an Gouverneur McAuliffe appelliert, Morva zu verschonen. Sie beriefen sich auf Informationen, wonach der Prozess gegen den 35-Jährigen "nicht die Kriterien eines fairen Verfahrens erfüllt" habe. Den Geschworenen sei im Verlauf des Mordprozesses auch ein falsches Bild von dessen mentalem Zustand vermittelt worden.

Der Todeskandidat, der sowohl die US- als auch die ungarische Staatsbürgerschaft hat, war ursprünglich wegen eines bewaffneten Raubüberfalls verurteilt worden. Im Jahr 2006 flüchtete er aus einem Gefängniskrankenhaus, indem er einen Polizisten niederschlug, dessen Waffe raubte und damit einen Wärter erschoss. Auf der Flucht tötete er einen weiteren Polizisten. In einem zweiten Prozess wurde er deshalb wegen Mordes zum Tode verurteilt.

Quelle: ntv.de, mba/AFP