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Am vierten Verhandlungstag muss sich das Gericht erneut mit Besetzungsrügen auseinandersetzen. Verteidiger und Angeklagte legten Einspruch ein.
Am vierten Verhandlungstag muss sich das Gericht erneut mit Besetzungsrügen auseinandersetzen. Verteidiger und Angeklagte legten Einspruch ein.(Foto: picture alliance / Federico Gamb)
Mittwoch, 03. Januar 2018

Loveparade-Prozess : Gericht schmettert neue Besetzungsrüge ab

Auch am vierten Verhandlungstag kommt der Loveparade-Prozess nicht richtig in Gang. Im Raum steht der Vorwurf der Verzögerungstaktik. Mit der Vernehmung von Zeugen oder Sachverständigen ist weiterhin nicht zu rechnen.

Im Prozess um die Loveparade-Katastrophe hat das Landgericht Duisburg eine weitere Besetzungsrüge der Verteidiger zurückgewiesen. Das gab der Vorsitzende Richter Mario Plein am vierten Verhandlungstag bekannt.

Die Verteidiger der zehn Angeklagten kritisierten die Entscheidung umgehend in einer Gegenerklärung. Jeder der Angeklagten habe das Recht, eine fehlerhafte Besetzung des Gerichts zu rügen, erklärten sie.

Schon im Dezember hatte das Gericht eine erste Besetzungsrüge abgewiesen. Daraufhin stellte ein Verteidiger umgehend eine neue. Nach Ansicht der Verteidiger findet der Prozess vor der falschen Strafkammer statt. Das Oberlandesgericht hätte den Fall seinerzeit nicht an eine andere Kammer übertragen dürfen. Damit sei das Prinzip des gesetzlichen Richters verletzt worden.

Mit der Vernehmung von Zeugen oder Sachverständigen war weiterhin nicht zu rechnen. Das Gericht muss zunächst noch über zahlreiche weitere Anträge zur Aussetzung oder Einstellung des Loveparade-Verfahrens entscheiden. Außerdem müsse erst das vollständige Gutachten des neuen Sachverständigen vorgelegt werden.

Verteidigung bestreitet Verzögerungstaktik

Beim Loveparade-Unglück am 24. Juli 2010 in Duisburg waren im Gedränge Zehntausender Menschen am einzigen Zu- und Abgang des Veranstaltungsgeländes 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt worden. Wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent angeklagt.

Die Verteidiger bestritten den von Nebenklägern erhobenen Vorwurf, mit ihren Anträgen eine Verzögerungstaktik zu betreiben. Ende Juli 2020 verjähren die Vorwürfe im Zusammenhang mit der Loveparade-Katastrophe. Die im Dezember gestartete Verhandlung des Landgerichts Duisburg wurde aus Platzgründen in eine Kongresshalle der Messe Düsseldorf verlegt.

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Quelle: n-tv.de