Panorama

Schleuser-Razzia in Stuttgart Griechische Frauen für Scheinehen vermittelt

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Großrazzia im Raum Stuttgart: Die Polizei rückt mit Großaufgebot an. (Symbolbild)

(Foto: dpa)

Die Polizei im Raum Stuttgart schlägt mit einem Großaufgebot zu: 500 Beamte rücken gegen einen südostasiatischen Schleuserring aus. Sieben Verdächtige sollen Scheinehen mit griechischen Frauen gestiftet haben. Zielgruppe: Männer aus Indien und Pakistan.

Bei einer Großrazzia in Baden-Württemberg und im Saarland sind sieben mutmaßliche Schleuser und Scheinehevermittler festgenommen worden. Ihnen werden bandenmäßige Urkundenfälschung, Schleusung und Verstöße gegen das Freizügigkeitsgesetz vorgeworfen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Stuttgart mitteilten. Sie sollen demnach Teil einer größeren Bande sein.

Bei der Razzia wurden 60 Wohn-, Büro- und Gastronomieobjekte schwerpunktmäßig in Stuttgart durchsucht. Dabei beschlagnahmten die Beamten diverse Handys, mutmaßlich gefälschte Urkunden und Dokumente, mehrere zehntausend Euro Bargeld sowie Autos im Wert von 80.000 Euro. Zudem wurden Guthaben in Höhe von 130.000 Euro eingefroren. Finanzermittler prüfen mehrere Immobilien im Raum Stuttgart im Wert von mehreren Millionen Euro.

Rund 500 Beamte waren im Einsatz. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft richten sich seit mehreren Monaten gegen mindestens acht Beschuldigte. Sie sollen zum Umfeld südostasiatischer Schleusergruppen gehören. Ein namentlich bekannter Tatverdächtiger befindet sich auf der Flucht. Die sieben Festgenommenen zwischen 24 und 60 Jahren sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. 40 weitere Beschuldigte wurden bei der Razzia vorläufig festgenommen. Insgesamt 70 Menschen wurden durch die Beamten überprüft.

In mindestens 39 Fällen ermittelt die Polizei wegen Scheinehen. Männern aus Indien oder Pakistan sollen Scheinehen mit griechischen Frauen vermittelt worden sein. Auf diese Weise soll ihnen durch die EU-Zugehörigkeit der Frauen ein Aufenthaltsrecht in Deutschland ermöglicht worden sein. Den illegalen Gewinn schätzt die Polizei pro Fall auf rund 25.000 Euro.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP

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