Panorama

Corona-Hotspot Cloppenburg Großdisko nach Panik bei 2G-Kontrolle dicht

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Gedränge am Notausgang: Diskobesucher mussten nach der Panik von Sanitätern betreut werden.

(Foto: picture alliance/dpa/TNN)

Eine Routine-Kontrolle in einer Großraumdisko im niedersächsischen Pandemie-Hotspot Cloppenburg löst eine Panik aus: Offenbar ließ der Betreiber zu viele Gäste ein und kontrollierte die 2G-Regeln nicht richtig. Auf ihn wartet nun ein Verfahren. Das Motto der Sause: "Feier wie früher".

Bei einer von den Behörden angeordneten Räumung einer Großraum-Diskothek ist Panik unter den Gästen ausgebrochen. Mehrere Personen seien in Ohnmacht gefallen oder hätten hyperventiliert, teilte die Polizei nach dem Einsatz in Friesoythe im Landkreis Cloppenburg mit. Der Landkreis hatte den Club in der Nacht zum Samstag wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln schließen und räumen lassen. Als es ein großes Gedränge auf den Gängen gab, öffnete die Polizei die Notausgänge. Die Disko hatte am Freitag zu einer 2G-Party unter dem Motto "Feier wie früher" eingeladen.

Nach der Räumung betreuten Sanitäter und Psychologen die Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Der Großeinsatz für Polizei, Ordnungsamt und Rettungskräfte dauerte mehrere Stunden. Die Veranstalter der Party hätten beim Einlass nicht ausreichend kontrolliert, ob die Besucher tatsächlich geimpft oder genesen waren, sagte Landkreissprecher Frank Beumker. Auch die Kontaktnachverfolgung sei nicht sichergestellt worden. Die Disco sei zudem "deutlich überfüllt" gewesen. Angaben zur Zahl der Gäste machten die Behörden zunächst nicht. Die Verstöße seien bei einer Routine-Kontrolle aufgefallen, sagte der Landkreissprecher: "Wir sind seit Wochen und Monaten unterwegs und kontrollieren verschiedene Bereiche."

Der Landkreis untersagte dem Betreiber zu öffnen und leitete ein Bußgeldverfahren ein. Weitere rechtliche Schritte würden geprüft, hieß es. Auf Anfrage äußerte sich der Betreiber zunächst nicht. Die Disco sagte über soziale Medien die nächste Party für Samstag selbst ab und kündigte an, mit den Behörden "das weitere Vorgehen bezüglich Einlass & Sicherheit in Bezug auf die neueste Corona-Entwicklung abzustimmen".

Höchste Inzidenz in Niedersachsen

Die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Cloppenburg lag am Sonntag bei 341,8 - das ist der höchste Wert in Niedersachsen. 2G-Partys ohne Mindestabstand und ohne Maske sind gemäß der niedersächsischen Corona-Verordnung aber möglich. Zudem dürfen Schüler bis 18 Jahre mitfeiern, weil sie sich regelmäßig in der Schule testen lassen müssen.

Für die hohen Inzidenzwerte im Landkreis Cloppenburg werden verschiedene Faktoren verantwortlich gemacht. Zum einen gibt es Betriebe der Fleischindustrie mit Arbeitern, die regelmäßig getestet werden. Zum anderen ist der Landkreis Cloppenburg eine der jüngsten Regionen in Deutschland - entsprechend viele Bewohner sind unter zwölf Jahren und können sich noch nicht impfen lassen. Die Situation in den Krankenhäusern sei angespannt, sagte der Sprecher. Von 24 Corona-Patienten in zwei Kliniken im Landkreis seien laut einer Auswertung Anfang dieses Monats 20 überhaupt nicht geimpft und zwei unvollständig geimpft gewesen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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