Panorama

Gefängnisaufstand in Venezuela Häftlinge und Wärter sterben bei Schießerei

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Die Zustände in den Gefängnissen in Venezuela sind verheerend. Deswegen kommt es immer wieder zu Aufständen.

(Foto: imago/Agencia EFE)

In Venezuela kommt es erneut zu einer Gefängnismeuterei: Aufständische Häftlinge geraten mit den Wärtern aneinander und entwenden ihnen die Waffen, es kommt zum Schusswechsel. Elf Menschen kommen dabei ums Leben, darunter auch zwei Wachleute.

Bei einem Häftlingsaufstand im Venezuela sind nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation mindestens elf Menschen getötet und 28 weitere verletzt worden. Die Gefangenenhilfsorganisation Una Ventana a la Libertad (Ein Fenster zur Freiheit) teilte mit, der Aufstand habe sich im Gefängnis der nördlichen Stadt Iribarren ereignet.

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28 Menschen wurden bei den Ausschreitungen in der Fenix Strafanstalt verletzt, 11 Menschen starben.

(Foto: imago/Agencia EFE)

Eine aufständische Gruppe soll einem Wachmann die Waffe entwendet haben, wonach es zu einer Schießerei kam. Bei zwei der Toten handele es sich um Wachleute, die übrigen seien Gefangene.

Erst Ende März hatte es auf der Polizeiwache in Valencia im Norden des südamerikanischen Landes eine Gefangenenmeuterei gegeben. Häftlinge versuchten, aus ihren überfüllten Arrestzellen auszubrechen und steckten mehrere Matratzen in Brand. 68 Menschen verbrannten oder erstickten im dichten Rauch. Im Zusammenhang mit dem Vorfall wurden im April fünf Polizeibeamte festgenommen.

Gefängnisse sind völlig überfüllt

Die Gefängnisse in Venezuela sind völlig überfüllt, es gibt immer wieder gewaltsame Aufstände. Wegen der Überbelegung werden Häftlinge zunehmend in den Arrestzellen von Polizeiwachen untergebracht. Dort dürfen sie laut Gesetz eigentlich nicht länger als 48 Stunden bleiben, diese Regel wird jedoch vielfach nicht eingehalten.

Laut Una Ventana a la Libertad sind in den Arrestzellen häufig fünf Mal so viele Menschen eingesperrt wie zugelassen. Allein im vergangenen Jahr starben demnach 65 der dort untergebrachten Häftlinge durch Gewalt, Unterernährung oder an Tuberkulose.

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Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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