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Vierfachmord in Gunzenhausen Haftbefehl gegen Familienvater erlassen

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Ein Fall, der viele Fragen aufwirft: Dem Vierfach-Mord in Gunzenhausen gingen deutliche Warnungen voraus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Kleinstadt steht unter Schock: Am Tag nach dem gewaltsamen Tod einer Mutter und ihrer drei Kinder in Gunzenhausen geben Ermittler erste Erkenntnisse zu den Hintergründen der Bluttat bekannt. Der Familienvater hatte die Morde offenbar geplant.

Nach dem Fund der Leichen einer Mutter und ihrer drei Kinder im mittelfränkischen Gunzenhausen hat die Staatsanwaltschaft Ansbach Haftbefehl gegen den Ehemann und Vater beantragt. Dem 31 Jahre alten Mann werde vierfacher Mord vorgeworfen, sagte der Ansbacher Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger vor Journalisten. Das Mordmerkmal der Heimtücke sei erfüllt, betonte er. Der mutmaßliche Täter habe nach einem vorgefertigten Plan gehandelt und dabei insbesondere die Arg- und Wehrlosigkeit seiner Opfer ausgenutzt.

Den Ermittlern zufolge bestand gegen den Familienvater seit dem vergangenen Donnerstag ein Kontaktverbot zu seiner Familie. Der Mann war den Behörden bereits als Gewalttäter bekannt. Gegen ihn wurde in einem früheren Fall schon einmal ermittelt, weil er seine beiden Söhne geschlagen haben soll. Die 29-jährige Mutter der drei gemeinsamen Kinder wollte sich von ihm trennen. Sie fühlte sich von ihrem Mann offenkundig bedroht.

Den Tathergang schildern die Ermittler so: Am Dienstag soll der 31-Jährige den Bruder seiner Frau, der zum Schutz der Familie in deren Wohnung gezogen sei, am frühen Morgen unter einem Vorwand aus dem Wohnhaus gelockt haben. Nachdem der Bruder das mehrstöckige Mehrfamilienhaus verlassen hatte, habe sich der Familienvater auf Socken aus einem Versteck im Treppenhaus in die Räume der Wohnung geschlichen.

Geplante Morde

Innerhalb weniger Minuten habe er dann die schlafenden Kinder im Alter von drei, sieben und neun Jahren sowie seine Frau durch Messerstiche getötet, heißt es. Als sein Schwager wegen eines verdächtigen Geräusches zurück in die Wohnung eilte und die Tat entdeckte, sei er vom Balkon in die Tiefe gesprungen. Dabei zog er sich schwere Verletzungen zu.

Der Mord an seiner Frau und den Kindern war offenbar geplant: Als Tatwaffe stellten die Behörden ein neu gekauftes Fleischermesser mit einer 16 Zentimeter langen Klinge sicher. Die Ermittler sind sich aufgrund verschiedener Hinweise sicher, dass die Mordwaffe nicht aus der Wohnung stammt.

Vor Gericht dürften solche Details bei der Verhandlung noch von großer Bedeutung sein: Sollte der Familienvater seine Tat tatsächlich von langer Hand vorbereitet haben, lässt sich daraus ein vorsätzliches Handeln ableiten. Damit wäre ein weiteres Mordmerkmal erfüllt.

Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern derzeit noch an. Wann der Tatverdächtige selbst vernommen werden kann, ist noch unklar. Bei seinem Sturz vom Balkon hatte er unter anderem auch mehrere Knochenbrüche erlitten. Die Ärzte versetzten ihn ins künstliche Koma.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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