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Verdacht auf Tötungsdelikt Zwei tote Kinder in Hanau - Polizei sucht Täter

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Das Mädchen liegt tot auf dem Balkon im neunten Stock, der Junge erliegt später seinen Verletzungen: In der hessischen Stadt Hanau werden zwei Kinder vermutlich Opfer eines Gewaltverbrechens. Die Polizei sieht Hinweise auf einen familiären Hintergrund - und sucht nach einem Verdächtigen.

In der Hanauer Innenstadt sind zwei Kinder vermutlich einem Verbrechen zum Opfer gefallen und gestorben. Nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hanau gehen die Ermittler von einem Tötungsdelikt aus. Es gebe Anhaltspunkte für einen familiären Hintergrund der Tat, nähere Angaben dazu machte die Sprecherin nicht. Die Ermittler fahndeten zunächst erfolglos nach einem Verdächtigen. Nähere Angaben zu dem Mann und in welchem Verhältnis er zu den toten Kindern - einem Mädchen und einem Jungen - stehen könnte, wurden zunächst nicht bekannt.

Passanten hatten am Morgen um 7.25 Uhr die Polizei alarmiert, nachdem sie vor einem Hochhaus auf dem Boden den schwer verletzten Jungen entdeckt hatten. Beim Eintreffen der Beamten sei der Junge bereits nicht mehr ansprechbar gewesen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Auf dem Balkon einer Wohnung im neunten Stock fanden die Beamten dann das leblose Mädchen. Der Notarzt habe nur noch den Tod feststellen können. Der Junge wurde ins Hanauer Stadtkrankenhaus gebracht, wo er kurz darauf seinen schweren Verletzungen erlag.

Die beiden Kinder sollten noch im Tagesverlauf obduziert werden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Nach ersten Hinweisen dürfte es sich um das siebenjährige Mädchen und den elfjährigen Jungen handeln, die in der Wohnung lebten, so die Sprecherin weiter, ihre Identität stand aber noch nicht fest. "Die Ermittler von Staatsanwaltschaft und von Kriminalpolizei gehen von einem Tötungsdelikt aus und konzentrieren sich nun darauf, was sich am Morgen in dem Haus abgespielt hat", hieß es in der Mitteilung.

Neue Erkenntnisse wohl am Donnerstag

Auch Nachbarn würden umfassend befragt und Spuren gesichert, so die Sprecherin. Mit Blick auf die noch laufenden Ermittlungen könnten weitere Erkenntnisse vermutlich erst an diesem Donnerstag veröffentlicht werden, hieß es.

Polizisten sperrten die Straßen rund um das Haus mit Absperrbändern und Streifenwagen ab. Schaulustige standen umher. Auf dem Balkon im neunten Stock standen Ermittler in weißer Schutzkleidung. Die Polizei ließ eine Drohne über dem Haus fliegen, um damit den Tatort aus möglichst vielen Perspektiven zu fotografieren. Vor dem Haus wurden Büsche entfernt. "Bei einer solchen Tat fahren wir das volle Programm", sagte ein Polizeisprecher.

Das in die Jahre gekommene Wohnhaus hat insgesamt elf Stockwerke, im Erdgeschoss sind ein Geschäft und ein Café untergebracht. Auch eine Arztpraxis befindet sich in dem Haus, das sich in der belebten Innenstadt und unweit des Marktplatzes der Stadt mit rund 100.000 Einwohnern im Rhein-Main-Gebiet befindet. Anwohner standen auf dem Bürgersteig und blickten hoch zum Balkon, auf dem ein Ermittler in weißem Schutzanzug zu sehen war.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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