Panorama

Unfall mit mehreren Toten Hatte SUV-Fahrer einen epileptischen Anfall?

Möglicherweise löste ein medizinischer Notfall den Unfall mit vier Toten in Berlin aus. Gegen den Fahrer wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Das Bundesverkehrsministerium fordert eine schnelle Aufklärung.

Nach dem schweren Unfall mit vier Toten in der Berliner Innenstadt verdichten sich die Hinweise auf ein medizinisches Problem des Fahrers als Ursache. Das berichten übereinstimmend mehrere Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise. Laut Informationen der "Berliner Morgenpost" gibt es Hinweise darauf, dass der Fahrer des SUV aus gesundheitlichen Gründen die Kontrolle über den Wagen verlor. Demnach soll er einen epileptischen Anfall erlitten haben. Nach Angaben des "Tagesspiegel" soll der Fahrer schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden sein. Auf dem Rücksitz des Unfallfahrzeugs saß die sechsjährige Tochter des Mannes.

Der "Tagesspiegel" schreibt, der Mann habe kurz vor der Fahrt noch ein Medikament genommen. Dies soll die Beifahrerin, die Mutter des Unfallfahrers, der Polizei gesagt haben. Außerdem soll sie zu Protokoll gegeben haben, dass ihr Sohn einen Beinkrampf gehabt habe. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft werden wie üblich bei derartigen Unfällen wegen fahrlässiger Tötung geführt.

Ob der 42-jährige Mann möglicherweise am Steuer einen Zusammenbruch oder einen Anfall erlitten haben könnte, will die Polizei nun auch mithilfe der Krankenakte des Fahrers klären. Dazu muss die Staatsanwaltschaft die Beschlagnahmung der Akte in die Wege leiten. Ob das bereits geschehen ist, steht nicht fest. Auch die Ergebnisse der Untersuchung einer Blutprobe stehen noch aus. Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagte am Rande der Sitzung des Innenausschusses nur: "Wir schließen nach wie vor definitiv medizinische Gründe nicht aus." Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht äußern.

Vier Menschen kamen ums Leben

Das Bundesverkehrsministerium erklärte, dass nach dem schweren Unfall die Klärung der Hintergründe Priorität habe. Es sei wichtig, die Ursachen des Unfalls zu ermitteln, sagte eine Sprecherin. Sie sprach den Angehörigen der Toten ihr Beileid aus. Das Ministerium wolle sich nicht an politischen Debatten beteiligen, hieß es weiter.

Der Porsche-Geländewagen war am Freitag in Berlin-Mitte von der Straße abgekommen und hatte an einer Ampel vier Fußgänger überfahren. Neben einem drei Jahre alten Kind erlagen zwei Männer im Alter von 28 und 29 Jahren sowie eine 64-jährige Frau am Unfallort ihren Verletzungen. Der Vorfall hat eine Debatte über Beschränkungen der schweren Fahrzeuge in Innenstädten ausgelöst.

Nach Zeugenaussagen und einem Video fuhr der Wagen sehr schnell auf der Gegenfahrbahn am stehenden Verkehr auf der rechten Spur vorbei. Er rammte eine Ampel, überfuhr die Menschen, durchbrach einen Bauzaun und kam erst auf einem Baugrundstück zum Stehen.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa

Mehr zum Thema