Panorama

15 Jahre nach dem Verschwinden Hauptverdächtiger bringt Fall Maddie nicht voran

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Heute wäre oder ist Madeleine eine junge Frau.

(Foto: dpa)

Am 3. Mai 2007 bringen Kate und Gerry McCann ihre Tochter Madeleine das letzte Mal ins Bett, dann verschwindet die damals Dreijährige. Seit 15 Jahren ist der Fall ungelöst. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es nun einen Hauptverdächtigen gibt.

15 Jahre sind vergangen, seit Madeleine McCann im Familienurlaub an der portugiesischen Algarve verschwand, 15 lange Jahre, in denen sich das Rätsel um ihr Verschwinden nicht lösen ließ. Die damals Dreijährige wäre inzwischen eine junge Frau oder sie ist es vielleicht tatsächlich. Denn, ob Madeleine noch lebt oder nicht, ist auch völlig unklar.

Ein "Cold Case" jedoch wurde der Vermisstenfall nie, denn Maddies Eltern fanden sich, trotz der langen Zeit, mit dem Verschwinden ihrer Tochter niemals ab. "Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering sein sollte, haben wir die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Madeleine noch immer am Leben ist und wir mit ihr vereint werden", schrieben Kate und Vater Gerry McCann erst vor wenigen Tagen.

Bis heute hat die Geschichte zum Verschwinden des kleinen Mädchens nichts von ihrem Schrecken verloren. Kurz vor dem vierten Geburtstag von Maddie verbringt die Familie einen Urlaub in einer Ferienanlage in Praia da Luz. Maddie schläft am Abend des 3. Mai 2007 gemeinsam mit ihren kleineren Geschwistern im Apartment der Familie, während die Eltern mit Freunden beim Abendessen sind. Immer wieder schauen sie nach den Kindern, doch plötzlich ist Maddie weg.

Jede Menge Sackgassen

Seitdem sind unzählige Ermittlungsstunden in dem Fall aufgewendet worden. Doch die Hoffnung, das Mädchen könnte aufgewacht sein und sich verirrt haben, bestätigte sich ebenso wenig wie der zwischenzeitliche Verdacht, die Eltern könnten etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun haben. Eine Zeitlang schien es, als sei jede Spur verfolgt. Doch dann kam die Wende.

Ausgerechnet die deutschen Behörden präsentierten einen Hauptverdächtigen: Christian B., einen vorbestraften Sexualstraftäter, der gerade in Deutschland eine Haftstrafe verbüßt. Der heute 45-Jährige lebte lange in Praia da Luz und kannte auch die Ferienanlage, in der die Familie McCann Urlaub machte. Seitdem sind immer wieder in verschiedenen britischen Zeitungen Indizien diskutiert worden, die B. belasten könnten: Sexualstraftaten, für die er bereits verurteilt wurde, ein Lebenswandel, der auf Kriminalität beruhte, pädosexuelle Neigungen, die sich unter anderem mit Foto- und Videomaterial belegen lassen, Aussagen, die er gegenüber Freunden und Bekannten machte.

Doch eine Anklage gegen B. im Fall Maddie lässt weiter auf sich warten und das, obwohl der zuständige Braunschweiger Staatsanwalt Hans Christian Wolters sagte, sein Ermittlerteam sei nach dem Sammeln von Beweisen "zu 100 Prozent davon überzeugt", dass B. Madeleine getötet habe.

Derzeit sitzt der Verdächtige in einem niedersächsischen Gefängnis eine mehrjährige Haftstrafe für die Vergewaltigung einer 72-jährigen US-Amerikanerin im Jahr 2005 in Praia da Luz ab. Aktuell wird das nächste Verfahren gegen ihn vorbereitet, dabei geht es um zwei Missbrauchsfälle und drei Vergewaltigungsvorwürfe.

"Niemanden entführt oder getötet"

B. ist nach Angaben seines Verteidigers bisher mit den Vorwürfen im Fall Maddie nicht konfrontiert worden. Auch Akteneinsicht soll es dazu noch nicht gegeben haben. In der vergangenen Woche berichtete die britische "Daily Mail", B. habe sich mit einem Brief an sie gewandt. Darin betonte der 45-Jährige, er habe nichts mit Madeleines Verschwinden vor 15 Jahren zu tun. B. erklärte darin handschriftlich, in nahezu perfektem Englisch, wie er sich von Staatsanwälten und Polizisten "verfolgt" fühle.

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Seiner Ansicht nach, wurde er zum Verdächtigen, "nachdem sie alles über mich herausgefunden hatten. Drogendealer, Einbruch in Häuser, Wohnen in Autos und als ich 17 war, gab es irgendwas mit Kindern." Er habe niemanden entführt oder getötet, so B. Die deutschen Ermittler gehen davon aus, dass Christian B. Maddie entführte und umbrachte. Es gibt viele Hinweise, aber die Beweiskette ist nicht geschlossen, und in diesem Fall gilt immer der Grundsatz der Unschuldsvermutung.

Auch Portugal hat B. inzwischen zum Verdächtigen erklärt. Doch solange es kein Geständnis und keinen wirklichen Beweis oder gar sterbliche Überreste von Madeleine gibt, bleibt die Aufklärung des Falls ungewiss.

Quelle: ntv.de, sba

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