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5Pointz - wie Graffiti-Fans es bis heute in Erinnerung haben.
5Pointz - wie Graffiti-Fans es bis heute in Erinnerung haben.(Foto: AP)
Dienstag, 13. Februar 2018

Graffiti-Mekka abgerissen: Hausbesitzer muss Sprayern Millionen zahlen

Der Lagerhauskomplex "5Pointz" in Queens musste Luxuswohnungen weichen. Ein alltäglicher Vorgang in New York - wäre da nicht die weltberühmte "Sprühdosen-Kunst" auf den Wänden. Die hätte der Immobilienbesitzer schützen müssen, entscheidet jetzt ein Gericht.

Eine Gruppe von Graffiti-Künstlern bekommt 6,7 Millionen Dollar (5,5 Mio Euro) Schadenersatz für die Zerstörung ihrer Werke in New York. Es geht um den früheren Lagerhauskomplex "5Pointz". Ein Richter in der US-Metropole bezeichnete den inzwischen abgerissenen Komplex in seinem Urteil als "Mekka für die weltgrößte Sammlung hochwertiger Sprühdosen-Kunst".

Die 21 Künstler seien von der Entscheidung des Gerichts "begeistert", sagte Anwalt Eric Baum der dpa. "5Pointz" im Stadtteil Queens war eine Pilgerstätte für Künstler und Fans gewesen. Eigentümer Jerry Wolkoff hatte die Außenwände des auch aus Filmen bekannten und bei Touristen beliebten Graffiti-Zentrums 2013 über Nacht mit weißer Farbe übermalen lassen. Er ließ den Komplex danach abreißen und auf dem Grundstück Luxuswohnungen bauen - zum Protest vieler Künstler und Unterstützer.

Bekannte Sprayer hatten seit den 1990er Jahren Werke zu "5Pointz" beigetragen. Ein dreiwöchiger Gerichtsprozess im November hatte sich vor allem um die Frage gedreht, ob Graffiti trotz seiner Vergänglichkeit als Kunst gilt, die mit geltendem Recht geschützt werden muss. Die Jury musste dabei die Rechte Wolkoffs als Eigentümer der Immobilien gegen die Rechte der Künstler abwägen. Ihrer Meinung schloss sich Richter Frederick Block an und bezeichnete 45 Graffiti-Arbeiten als schützenswert.

Die Arbeit von Graffiti-Künstlern werde endlich als Kunst anerkannt, sagte Anwalt Eric Baum. "Alle '5Pointz'-Künstler sind professionelle Künstler, die ihr Leben damit verbracht haben, die nötigen Techniken zu beherrschen." Ob die Gruppe das Geld möglicherweise in neue Graffiti-Projekte investiert, war zunächst unklar.

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Quelle: n-tv.de