Panorama

Transport Richtung NordseeRetter ziehen gestrandeten Buckelwal erfolgreich in Lastkahn

28.04.2026, 14:46 Uhr
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Die Helfer mussten den Wal zunächst drehen, um ihn im Anschluss in die geöffnete Barge (im Hintergrund) geleiten zu können. (Foto: picture alliance/dpa)

Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal kommt in dem für seinen Transport vorgesehenen Lastkahn an. Das Tier bewegt sich in die sogenannte Barge, nachdem Helfer ihn zuvor mit Gurten in diese Richtung gezogen haben.

Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal ist in dem für seinen Transport vorgesehenen Lastkahn angekommen. Das Tier bewegte sich durch eine zuvor ausgebaggerte Rinne in die sogenannte Barge, nachdem Helfer ihn zuvor mit Gurten in diese Richtung gezogen hatten, wie auf Livestreams zu sehen war. Unter den Helfern brach Jubel aus.

Die Barge ist eine Art transportables Schwimmbecken, in dem normalerweise Schiffe transportiert werden. Darauf soll der Wal nun auf einer mehrtägigen Reise Richtung Nordsee transportiert werden.

Nachdem die Bergungsaktion lange schleppend verlief und mehr als ein Dutzend Helfer an den Gurten zerrten, die dem rund zwölf Tonnen schweren Tier zuvor umgelegt worden waren, ging auf einmal alles ganz schnell und das Tier bewegte sich zügig in Richtung des Kahns.

In der sogenannten Barge soll der Meeressäuger, der seit rund vier Wochen in einer flachen Bucht vor der Insel Poel lag, in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee transportiert werden.

Überglücklicher Finanzier

Nachdem der vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal nun im Lastkahn für den Transport angekommen ist, ist Geldgeber Walter Gunz überglücklich. "Gott sei Dank. Gott sei Dank. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel gebetet", sagte der Mediamarkt-Gründer unmittelbar nach der geglückten Aktion. Er selbst habe den Moment nicht am Bildschirm verfolgen können. "Ich habe es von der Karin gehört. Ich hatte keine Nerven mehr." Unternehmerin Karin Walter-Mommert ist ebenfalls Geldgeberin für das Wal-Rettungsprojekt.

Als er die Nachricht vernommen hatte, seien ihm die Tränen gekommen. "Man hat ja auch Ängste. Das war schon eine harte Zeit." Er sei nun einfach nur froh, dass es gelungen sei. "Ich habe ja auch zwischendurch immer wieder gedacht: "Mein Gott, haben wir alles richtig gemacht?". Wir haben alles richtig gemacht. Denn: Was ist das Wertvollste? Das Leben!" Mit diesem ersten Schritt zum Erfolg sei nun der Hauptteil des Krimis geschafft.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hatte zuvor grünes Licht für das Konzept mit den Gurten gegeben. Er sagte am Morgen mit Blick auf einen möglichen Erfolg: "Für mich wäre es mit eines meiner schönsten Erlebnisse in meinem Leben." Er gab allerdings zu bedenken, dass es sich bei dem Wal um ein Wildtier handele, dessen Reaktion etwa auf das Anlegen des Gurtsystems nicht absehbar sei. Die Tierärzte der privaten Initiative sehen den Buckelwal als transportfähig an, wie der Minister erklärte.

Unabhängige Fachleute warnten vor dem mehrtägigen Transport: Das Deutsche Meeresmuseum teilte mit, das Tier sollte vielmehr größtmögliche Ruhe erhalten und ausschließlich palliativ versorgt werden. "Von weiteren Manipulationen am Wal" sei abzusehen. "Der Allgemeinzustand des Wales hat sich weiter verschlechtert" und die Erfolgsaussichten einer Lebendbergung seien sehr gering. Sie "ist zudem mit enormen Verletzungsrisiken für den Wal verbunden", erklärten die Forscher und verwiesen auf ähnliche Einschätzungen etwa der International Whaling Commission und British Divers Marine Life Rescue.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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