Panorama

Legendärer Goldzug der Nazis Hobbyhistoriker zeigen Schatzsuche im Netz

61989881.jpg

In der niederschlesischen Bergbauregion um Walbrzych existieren mehrere Stollen, in denen der Zug mit dem Nazi-Gold der Legende nach versteckt sein könnte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ab nächster Woche Dienstag graben zwei Hobbyhistoriker in Niederschlesien nach dem sagenumwobenen Goldzug der Nazis. Ergebnisse erwarten sie innerhalb von zwei Tagen. Schaulustige können die Suche live im Netz mitverfolgen.

66992729 (1).jpg

Piotr Koper (l.) und Andreas Richter wollen innerhalb von zwei Tagen Ergebnisse präsentieren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ab 16. August wollen die Hobbyhistoriker Piotr Koper und Andreas Richter dem Rätsel um einen angeblichen deutschen Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg auf den Grund gehen. Ihre Suche im niederschlesischen Walbrzych können Schaulustige dann in Echtzeit mitverfolgen. "Es wird einen Livestream geben", sagte Christel Focken, Sprecherin der Schatzsucher. Infos werde es auf der Website und bei Facebook geben. Mit ersten Ergebnissen rechnet das etwa 35-köpfige Team innerhalb von zwei Tagen nach Grabungsbeginn.

Richter und Koper hatten im vergangenen Jahr behauptet, mit einem Bodenradar einen deutschen Zug in einem unterirdischen Tunnel am Bahnkilometer 65 zwischen Wroclaw (Breslau) und Walbrzych (Waldenburg) entdeckt zu haben. Jahrzehntealten Gerüchten zufolge sollen Nazis damit Gold und andere Schätze vor der heranrückenden Sowjet-Armee in Sicherheit gebracht haben.

Beweise fehlen bis heute. Wissenschaftler widersprechen den Aussagen der Hobbyhistoriker. Die Schatzsucher aber sind sich ihrer Sache sicher. Sie erwarten, nicht nur auf die angebliche Kriegsbeute zu stoßen. Tausende Zwangsarbeiter könnten im Suchgebiet verschüttet worden sein, sagt Focken.

Im nahegelegenen Stollensystem "Projekt Riese" hatten die Nationalsozialisten Tausende KZ-Häftlinge arbeiten lassen, von denen viele starben. Die Stollenanlage wurde nie fertiggestellt.

Quelle: ntv.de, chr/dpa