Panorama

FKK-Verbot am Baggersee Hosen hoch auf "Porno Island"

In vielen Ländern ist FKK-Baden komplett verboten. Manchmal reicht aber sogar schon zu wenig Textil für ein Bußgeld. Foto: Waltraud Grubitzsch

Eine Kleinstadt will ihren Baggersee von wilden Sex-Orgien befreien.

(Foto: dpa-tmn)

An einem beschaulichen Baggersee in Bayern treffen sich seit Jahren Leute zum hemmungslosen Sex. Das nahegelegene Städtchen Senden will seine Keuschheit zurück - und könnte nun endlich am Ziel sein.

Der Ort der Sünde liegt zwölf Kilometer südlich von Ulm. Es handelt sich um eine kleine Landzunge, die zum Baden einlädt. Wenn der Frühling sich von seiner sonnigen Seite zeigt, dann kommen sie wieder: die Naturliebhaber, die Wasserfreunde und die Familien. Aber es sind nicht die Einzigen, die es zum Waldsee zieht. Seit Jahren treffen sich hier auch Menschen, die sich ungeniert unter freiem Himmel miteinander vergnügen.

Dass die Sommersonne am Waldsee viel nackte Haut küsst, war bisher sogar vorgesehen, denn die Wiese diente ganz offiziell der Freikörperkultur. Doch zum Leidwesen der Anwohner hat sich auf der Halbinsel ein Sextreff für Swinger und Schwule entwickelt. Die Sexliebhaber nutzen den FKK-Bereich, um sich in die Büsche zu schlagen.

Bereits im Sommer 2010 empörten sich Eltern über "hemmungslose Orgien von Schwulen und Swingern" und lokale und überregionale Medien zitierten aufgebrachte Anwohner, die klagten, sie fänden "überall Dildos, Pornohefte, gebrauchte Kondome und Müll". Die Medien tauften die beschauliche Halbinsel kurzerhand "Porno Island".

Nackt baden ist ab sofort verboten

Seitdem kämpft die Kleinstadt Senden um ihre verlorene Keuschheit. Anfangs versuchte man das wilde Treiben mit einfachen Mitteln zu stoppen. So wurde auf der Landzunge Schilf, Bäume und Büsche gekappt. Die sexhungrigen Swinger sollten keine Möglichkeit mehr haben, sich zu verbergen. Doch ohne Erfolg. Auf "Porno Island" ging es weiter sehr frivol zu.

Niemand habe etwas gegen FKK oder Homosexuelle, stellte der Sendener Polizeichef klar. "Doch die dort anwesenden Nackten zeigen keinerlei Respekt gegenüber den Leuten, die dort spazierengehen oder radeln wollten. Sie missbrauchen den Gedanken der Freikörperkultur und sorgen für Unfrieden. Und das kann nicht sein", sagte Thomas Merk der "Augsburger Allgemeinen Zeitung".

In der Hoffnung, künftige Sexorgien zu verhindern, hat die Gemeinde Senden nun ein FKK-Verbot beschlossen. Das "Wasser-, Luft- und Sonnenbaden" ist demnach nur noch in Badekleidung gestattet, eine Ausnahme gilt nur für Kinder bis zum Alter von sechs Jahren.

Merk habe auf ein Bekleidungsgebot gedrängt, "damit dort nichts ausufert", berichtet die "Südwest Presse". Jedoch: Die klare Regelung in seinem Zuständigkeitsgebiet könne nun erst recht zu neuen Gemütswallungen führen. Der Grund: In Sichtweite ist am Waldsee das Nacktbaden weiterhin erlaubt. Am anderen Ufer, Gemarkung Vöhringen, gibt es einen großen, gepflegten, nicht unumstrittenen, aber immerhin geduldeten FKK-Bereich. Man wird also sehen, ob auf "Porno Island" weiter gevögelt wird.

Quelle: n-tv.de, dsi

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