Panorama

Lebenslange Haft für Flüchtling Hussein K. ist vor allem ein Verbrecher

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Am Tatort wird an Maria erinnert.

(Foto: dpa)

Ein junger Mann vergewaltigt und tötet eine Studentin und wird dafür verurteilt. Der Mann kam als Flüchtling nach Deutschland. Zwischen dieser Tatsache und der Tat sollte man keinen zu einfachen Zusammenhang herstellen.

Am 2. Dezember 2016 kann die Polizei nach wochenlangen Ermittlungen im Fall Maria Ladenburger eine Festnahme melden. In die Erleichterung, dass der Täter gefasst ist, mischt sich Entsetzen: Es soll sich um einen 17-jährigen unbegleiteten Flüchtling aus Afghanistan handeln. Damals gab es laute Stimmen, Deutschlands liberale Flüchtlingspolitik habe dieses Verbrechen überhaupt erst ermöglicht. Nun wurde Hussein K. zur Höchststrafe verurteilt. Nicht der Flüchtling Hussein K., sondern ein brutaler Täter. Jede andere Interpretation ist Rassismus.

"Es sitzt hier ein Straftäter auf der Anklagebank und nicht die Flüchtlingspolitik", sagte Oberstaatsanwalt Eckart Berger. Hussein K. ist ein Täter, der brutal und skrupellos einem anderen Menschen seine sexuellen Wünsche aufgezwungen hat. Um seine Tat zu verdecken, schleppte er Maria zum Sterben in den Fluss Dreisam und wartete sogar am Tatort, um sicherzugehen, dass sein Plan gelingt.

In der Beweisaufnahme setzte Berger darauf, eine Strafe für den Angeklagten zu erreichen, die diesen schweren Straftaten angemessen ist. Daran änderten auch Demonstrationen der AfD-Jugend vor dem Gericht nichts. Stück für Stück wurde nachgewiesen, dass Hussein K. in jener Nacht mit dem festen Ziel unterwegs war, eine Frau zu vergewaltigen und dass er deutlich älter ist, als er es angegeben hatte - mindestens 22 Jahre.

Ein schlechter Mensch

Der psychiatrische Gutachter Hartmut Pleines fand für den Charakter des Angeklagten deutliche Worte: Die Wurzel seines rechtswidrigen Handelns seien nicht sein Alkohol- und Drogenkonsum, nicht sein Herkunftsraum und auch nicht seine Religion. "Was seine Gefährlichkeit ausmacht, ist seine Persönlichkeit." K. ist ein Mensch mit besonders schlechten Charaktereigenschaften. Bereits in Griechenland hat er beinahe eine Frau getötet. Er wurde für die Tat verurteilt, kam aber schon nach wenigen Monaten im Oktober 2015 durch eine Amnestie wieder frei. Als K. im Februar 2016 ohne Pass nach Deutschland einreiste, blieb diese Tatsache unbemerkt.

Tätertypen wie Hussein K. werden seit Ende des 19. Jahrhunderts beschrieben. An ihren Persönlichkeitsmerkmalen hat sich seitdem kaum etwas geändert. Es sind junge Männer mit gravierenden sozialen Defiziten, die oft aus schwierigen Familien stammen und schon früh auffällig werden. So wie Hussein K., der eben zufällig als Flüchtling nach Deutschland kam.

Marias Familie hat sich auf eine Debatte über den Flüchtlingsstatus des Täters niemals eingelassen. Sie ließ sich im Prozess als Nebenklägerin vertreten und schloss sich der Strafforderung der Staatsanwaltschaft an. Interviews gab kein Familienmitglied.

Es ist aber ein Zeichen, dass die Eltern und die Schwester einen Tag vor der Urteilsverkündung eine Maria-Ladenburger-Stiftung ins Leben riefen. Sie soll "Studierende mit Behinderung, plötzlichen Erkrankungen oder in schwierigen Lebenssituationen sowie ausländische Studierende bei deren Integration in das universitäre Umfeld" unterstützen. Maria Ladenburger habe für Weltoffenheit, Toleranz und Neugierde auf alles Neue gestanden, sagte der Rektor der Universität Freiburg, Hans-Jochen Schiewer.

Hussein K. hingegen ist rücksichtlos, egozentrisch, ohne Gewissen und frauenfeindlich. Gutachter Pleines sprach vom Fehlen eines "emotionalen Resonanzraumes". K. hat einfach kein Mitgefühl mit anderen. Diese Menschen gibt es auch hierzulande.

Quelle: n-tv.de