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Freiburger Sexualmord Hussein K. war länger als gedacht am Tatort

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Im Prozess geht es nun vor allem um die Frage, wie alt Hussein K. ist.

(Foto: picture alliance / Patrick Seege)

Hussein K. hat bereits gestanden, in Freiburg eine Studentin erst vergewaltigt und dann getötet zu haben. Handy-Daten untermauern diese Angaben. Wie alt der mutmaßliche Afghane ist, ist aber immer noch unklar.

Im Freiburger Sexualmord-Prozess sehen die Ermittler den Tatvorwurf gegen den Flüchtling Hussein K. nach Auswertung von dessen Handy-Daten als erhärtet an.

Die auf dem Mobiltelefon gespeicherten Standort- und Bewegungsdaten belegten, dass Hussein K. in der Tatnacht am Tatort gewesen sei, sagte ein Experte der Kriminalpolizei vor dem Landgericht Freiburg. Er habe sich dort rund eine Stunde und 45 Minuten aufgehalten und damit länger als bislang vermutet. Erst am frühen Morgen habe er sich entfernt.

Hussein K. werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung einer Studentin vorgeworfen. Er hat zugegeben, im Oktober 2016 nachts in Freiburg die 19-Jährige vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. Die Frau ertrank im Wasser des Flusses Dreisam. Ein Urteil soll es frühestens Mitte März geben.

In dem Fall habe die Polizei erstmals in Baden-Württemberg Spezialisten der Abteilung Cybercrime in eine Sonderkommission geholt, sagte der Beamte. Der Grund sei die Vielzahl digitaler Spuren gewesen. Hussein K. habe ein Handy neuester Generation bei sich getragen. Dieses speichere automatisch Daten, unter anderem zu Standorten und Bewegungen. Auch Höhenprofile ließen sich so erstellen. Die Polizei sei jedoch technisch nicht in der Lage, diese Daten zu entschlüsseln - sie habe daher Spezialisten einer privaten Hacker-Firma beauftragt. So seien die Beamten an die Daten gekommen. 

Diese belegten, dass Hussein K. zur Tatzeit am Tatort gewesen sei. Er habe sich rund 30 Minuten vor dem Angriff auf die Studentin dort aufgehalten und rund eine Stunde und 15 Minuten danach. Den Ort verlassen habe er in dieser Zeit nicht. Die Analyse der Höhenangaben zeige, dass er sich vor der Attacke mit großer Wahrscheinlichkeit am Uferweg aufhielt und dort möglicherweise auf ein Opfer gewartet habe.

Danach sei er die ganze Zeit im tiefer gelegenen Fluss gewesen. Die Frau wurde den Ermittlungen zufolge vom Uferweg eine Böschung hinunter in den Fluss gezogen und dort vergewaltigt und getötet. An der Böschung wurden Spuren von Hussein K. gefunden. Diese Daten widersprächen der Aussage des Angeklagten, wie der Beamte sagte. Hussein K. hatte bei seinem Geständnis zum Prozessauftakt Anfang September vergangenen Jahres angegeben, der jungen Frau zufällig begegnet zu sein und diese aus einem Affekt heraus angegriffen zu haben. Eine geplante Tat sei es nicht gewesen, auch habe er der Frau nicht aufgelauert.

Wie alt ist Hussein K.?

Das Verfahren ist zusätzlich überschattet von einer Ende Dezember geschehenen Gewalttat, bei der ein angeblich erst 15 Jahre alter afghanischer Flüchtling im rheinland-pfälzischen Kandel seine deutsche Ex-Freundin erstochen haben soll. Die politische Diskussion um die Altersbestimmung junger Flüchtlinge ist damit neu entfacht. Auch Hussein K. will zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Vergewaltigung und Ermordung minderjährig gewesen sein.

Hussein K. war im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen und galt als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling. Er kam in Freiburg zu einer Pflegefamilie. Er sagte, er stamme aus Afghanistan und sei 16 oder 17 Jahre alt. Konkreter wurde er nicht. Von den Behörden überprüft wurden die Angaben nicht, wie Mitarbeiter der beiden beteiligten Jugendämter vor Gericht einräumen mussten. Dafür seien es damals schlicht zu viele Flüchtlinge gewesen. Amtliche Dokumente habe fast keiner von ihnen gehabt.

Zum Prozessauftakt gab K. zu, beim Alter gelogen zu haben und älter zu sein. Mehr sagt er dazu nicht. Die Staatsanwaltschaft hält Hussein K. für mindestens 22 Jahre alt. Entsprechende Gutachten und Zeugenaussagen stützen das.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa

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