Panorama

Spahn dämpft jedoch Hoffnungen Impf-Gipfel startet bereits am Montag

Nach Kritik am Start der Impfkampagne in Deutschland soll bereits Anfang nächster Woche ein Impf-Gipfel Lösungen erarbeiten, teilt die Bundesregierung mit. Teilnehmen sollen neben Bund und Ländern auch Pharma-Firmen und Verbände. Gesundheitsminister Spahn warnt jedoch vor zu hohen Erwartungen.

Die Impfkampagne in Deutschland steht in der Kritik. Mehrere SPD-Politiker und die FDP hatten einen Impf-Gipfel angeregt, für den sich auch Gesundheitsminister Jens Spahn offen gezeigt hat. Nun wird es schon am kommenden Montag ein entsprechendes Gespräch geben, wie ein Regierungssprecher gegenüber RTL/ntv bestätigte. "Die Bundeskanzlerin und die Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz haben sich darauf verständigt, am 1. Februar um 14 Uhr zu einem Impfgespräch zusammenzukommen."

An dem Gespräch in Form einer Videokonferenz würden neben weiteren Mitgliedern der Bundesregierung und den Länderchefs auch Vertreter der Impfstoffhersteller sowie der betreffenden Verbände teilnehmen. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete, solle es in der Woche darauf - am 8. Februar - ein neuerliches Gespräch zwischen Bundeskanzlerin, Ministerpräsidenten und Wissenschaftlern geben. Am 9. Februar könnte dann eine Ministerpräsidentenkonferenz folgen, hieß es. Vor Fristende des bis zum 14. Februar laufenden Lockdowns solle es demnach neue Entscheidungen geben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zudem den Wunsch geäußert, dass an dem Impf-Gipfel auch Vertreter der EU-Kommission teilnehmen. Erforderlich sei ein einheitliches und verlässliches Handeln, sagt Spahn. Nur so entstehe Vertrauen in der Bevölkerung. Es gebe zwischen den Ländern, dem Bund und der Europäischen Kommission "offensichtlich Abstimmungsbedarf". Insofern wäre es gut, wenn auch Vertreter aus Brüssel mit am Tisch säßen.

Gleichzeitig warnte Spahn vor überzogenen Erwartungen an den Impf-Gipfel. Dieser würde nicht bedeuten, dass bereits "nach zwei Wochen" alles besser werde, sagte der CDU-Politiker. Er wiederholte seine Warnung vor zehn harten Wochen bei der Impfstoff-Versorgung. "Das erste Quartal wird ein Quartal des Mangels." Dies bedeute aber nicht, dass in den kommenden zehn Wochen keine Lockerung der derzeit geltenden Einschränkungen möglich seien - allerdings müssten dafür die Infektionszahlen entsprechend sinken.

"Kapazitäten können nicht schnell vergrößert werden"

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Auch die Stiftung Patientenschutz mahnt, dass Menschen in Deutschland durch einen Impf-Gipfel von Bund und Ländern nicht rasch auf mehr Corona-Impfungen hoffen könnten: "Die Kapazitäten können nicht binnen zwei oder drei Monaten über den bisherigen Plan vergrößert werden", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch.

Die Pharmaindustrie bestätigte unterdessen ihre Unterstützung für einen Impf-Gipfel , obwohl in der Industrie ursprünglich Zweifel am Sinn solcher politischer Veranstaltungen herrschte. "Wenn die Bundesregierung einen weiteren Impf-Gipfel anstrebt, stehen wir als pharmazeutische Industrie selbstverständlich für weitere Unterstützung zur Verfügung", hieß es vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI).

Quelle: ntv.de, kst/dpa

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