Panorama

Barmer veröffentlicht Zahlen Impflücken könnten größer sein als gedacht

120296813.jpg

Um die gesamte Bevölkerung zu schützen, müssen die Impfquoten bei Masern über 95 Prozent liegen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Jedes fünfte Kleinkind hat keinen ausreichenden Masernschutz. Das zeigen Zahlen der Krankenkasse Barmer. Das Robert-Koch-Institut hatte zuletzt von höheren Impfquoten berichtet.

Nach einer Analyse der Krankenkasse Barmer könnten Impflücken in Deutschland größer sein als bisher gedacht. So war unter den Barmer-Versicherten mehr als jedes fünfte Kind, das 2015 geboren wurde, in den ersten beiden Lebensjahren nicht oder nur unvollständig gegen Masern geimpft.

Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung ergab die Studie eine Zahl von knapp 166.000 Zweijährigen, die im Jahr 2017 ohne vollständigen Masernschutz waren. "In Deutschland werden immer noch zu wenige Kinder geimpft. Das macht die Ausrottung bestimmter Infektionskrankheiten unmöglich und verhindert den Schutz für all diejenigen, die sich nicht impfen lassen können", warnte Barmer-Vorstandschef Christoph Straub.

Die Durchimpfungsrate - also der Anteil der Kinder, die die zwei vorgesehenen Masernimpfungen bekommen hatten - lag lediglich bei 78,9 Prozent. Auch bei älteren Kindern lag die Quote bei Barmer-Versicherten unter 90 Prozent. Damit gebe es trotz steigender Impfquoten weiter deutliche Impflücken, teilte die Kasse mit.

Lücken auch bei älteren Kindern gravierend

Die Auswertung der Krankenkasse erbrachte auch, dass Impflücken bei älteren Kindern gravierender sind als angenommen. Demnach wurde 2017 bei Kindern im einschulungsfähigen Alter bei keiner der 13 am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten eine Impfquote von mehr als 90 Prozent erreicht.

Um die gesamte Bevölkerung zu schützen, müssen die Impfquoten bei Masern über 95 Prozent liegen. Nach den Daten der Schuleingangsuntersuchungen beim Robert-Koch-Institut wird diese Quote bei der ersten Masernimpfung mit rund 97 Prozent erfüllt. Bei der zweiten Masernimpfung sind es fast 93 Prozent. Allerdings hatten rund neun Prozent der Schulanfänger keine Impfausweise. Ihr Impfstatus konnte nicht ermittelt werden. Das könnte auch die Differenz zu den Barmer-Zahlen erklären. Das RKI weist in Analysen selbst darauf hin, dass die von ihm angegebenen Impfquoten vermutlich etwas zu hoch sind.

Für ihre Analyse hat die Kasse den Impfstatus von mehr als 45.000 bei ihr versicherten Kinder aus Abrechnungen überprüft. Die detaillierten Ergebnisse des Impfquoten-Checks will die Kasse bei der Vorstellung ihres Arzneimittelreports präsentieren.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa/AFP

Mehr zum Thema