Rekordansturm im ersten HalbjahrIn Spanien drängeln sich die Touristen

Weil es woanders scheinbar zu unsicher ist, zieht es in diesem Jahr eine riesige Zahl an Urlaubern nach Spanien. Das Land verzeichnet einen Rekordansturm - wie noch nie. Die Deutschen sind da mal wieder vorne dabei.
In den spanischen Urlaubsgebieten herrscht gerade so etwas wie der touristische Ausnahmezustand: Noch nie waren so viele Touristen in Spanien wie im ersten Halbjahr 2016. Die Zahl der ausländischen Besucher ist in diesem Zeitraum auf die Rekordmarke von 32,8 Millionen geklettert. Das sind 11,7 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2015, wie die Statistikbehörde INE mitteilte.
Die Deutschen Urlauber sorgen dabei für einen kräftigen Anstieg in der Statistik: Mit einer Zahl von knapp fünf Millionen - etwa 6,7 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2015 - nehmen die Deutschen dabei unter allen Spanien-Besuchern Platz zwei ein. Vor den Deutschen liegen nur noch die Briten. Deren Zahl stieg um 16,5 Prozent auf 7,95 Millionen an. Auf Rang drei folgt Frankreich mit knapp 4,6 Millionen.
Der ungewöhnlich starke Anstieg der Touristenzahlen hängt nach Angaben der Branche unter anderem auch mit der politischen und sozialen Instabilität in anderen beliebten Reiseländern wie Griechenland, Türkei, Tunesien und Ägypten zusammen. Gerade in der Türkei brechen die Besucherzahlen nach mehreren Terroranschlägen ein. Das sonst so günstige Urlaubsland wird von Urlaubern vermehrt gemieden - dafür wird es beispielsweise auf den Kanaren und Balearen umso voller. Die Reiseveranstalter haben vor allem in Spanien ihre Kapazitäten erhöht, weil die Nachfrage so hoch ist.
Durch einen relativ billigen Euro reisten nach Spanien zudem so viele Asiaten, Afrikaner sowie US- und Lateinamerikaner wie selten zuvor. Die Touristen aus dem Ausland besuchten zwischen Januar und Juni in Spanien vor allem Katalonien (7,6 Millionen), die Kanaren (6,3 Millionen) und die Balearen (5,0 Millionen). Mit einem Anteil von rund 16 Prozent am Bruttoinlandsprodukt ist der Tourismus einer der wichtigsten Sektoren der spanischen Wirtschaft.