Panorama

"In der Nacht nicht bewegt"Buckelwal in Wismarbucht atmet wohl noch

02.04.2026, 10:43 Uhr
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Obwohl das Tier deutlich geschwächt ist, überlebt es die Nacht. (Foto: picture alliance/dpa/Greenpeace Germany)

Nach vielen Rettungsversuchen herrscht inzwischen traurige Gewissheit: Der gestrandete Buckelwal wird in der Ostsee vor Wismar sterben. Wie lange das dauern wird, weiß keiner. Jetzt gibt es ein überraschendes Lebenszeichen von ihm.

Der vor Wismar in der Ostsee festliegende Buckelwal hat sich auch in der Nacht nicht von der Stelle bewegt. "Er ist noch da", sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Morgen. Die Hoffnungen, dass er sich doch aus eigenem Antrieb befreit und den Weg ins tiefere Wasser findet, wurden nicht erfüllt. Zwischenzeitlich war nicht klar, ob das Tier noch lebt. Doch jetzt erfuhr die "Bild"-Zeitung nach eigenen Angaben von einem Greenpeace-Umweltschützer vor Ort: Der Wal atmet noch. Auch die Atem-Fontäne sei wieder sichtbar. So fingen Livebilder aus der Bucht gegen 6.30 Uhr noch regelmäßig kleine Wasserfontänen ein.

Es ist das vierte Mal, dass sich der Wal in den vergangenen Wochen an der Ostseeküste fest schwamm. Die Rettungsversuche waren am Mittwoch eingestellt worden. Der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek hatte gesagt: "Wir gehen fest davon aus, dass das Tier dort verstirbt." Auch Mecklenburg-Vorpommers Umweltminister Till Backhaus betonte, das Tier solle an seinem jetzigen Liegeplatz in Ruhe gelassen werden. "Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht."

Das Tier ist deutlich geschwächt. Rund um den Wal wurde eine Sperrzone von 500 Metern eingerichtet, die laut Backhaus streng kontrolliert wird. Auch Drohnenflüge seien untersagt. Etwaige Verstöße würden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Nach "Bild"-Informationen ist am Vormittag eine Menschenkette auf der Insel Poel geplant.

Wal irrt seit einem Monat umher

Bereits seit Anfang März war der Meeressäuger nach Angaben der Behörden immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar. In der Nacht zum 23. März strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Letztlich gelang es dem Tier, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Danach nahm er aber nicht Kurs aufs offene Meer und Richtung Norden, sondern schwamm wieder Richtung Wismar.

Sollte der Tod eintreten, was Wissenschaftler, Umweltschützer und Politik nun erwarten und befürchten, würde der Kadaver des Wals nach Stralsund zum Deutschen Meeresmuseum gebracht werden, das als Forschungseinrichtung auch eine Spezialabteilung für Meeressäuger unterhält. Dabei würde es laut Backhaus aber ausdrücklich nicht darum gehen, ein Skelett für das Museum zu bekommen, sondern allein darum, den Wal nach seinem Tod zu untersuchen und die Todesursache zu bestimmen.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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