Panorama

Gewaltiges Impfprogramm Indien will 300.000 Menschen am Tag impfen

d8ef86284192b4f7aec5817cc9021120.jpg

Auch in Hyderabad bekamen Mitarbeitende des Gesundheitswesens die ersten Impfungen.

(Foto: dpa)

Indien steht bei seiner Impfkampagne gegen das Coronavirus vor einer großen Aufgabe, schließlich müssen 1,4 Milliarden Menschen geimpft werden. Schon am ersten Tag sollen es 300.000 Immunisierte sein. Überall im Land beginnen nun die Impfungen.

Indien hat seine riesige Impfkampagne im Kampf gegen das Coronavirus gestartet, es ist eine der wohl größten weltweit. In 3000 Impfzentren sollten allein am ersten Tag rund 300.000 Menschen geimpft werden, die beteiligten Krankenhäuser waren mit Blumen und Luftballons geschmückt. Als erstes sollen in dem Schwellenland 30 Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen und aus anderen Risikobereichen geimpft werden. Danach folgen bis Juli rund 270 Millionen Menschen über 50 Jahren und Risikopatienten. In den ersten sechs bis acht Monaten sollen rund 300 Millionen der etwa 1,4 Milliarden Einwohner zwei Impfdosen erhalten.

*Datenschutz

Premierminister Narendra Modi sagte in einem Video zum Impfstart, normalerweise dauere es viele Jahre, um einen Impfstoff zu entwickeln. Nun seien in Indien binnen kurzer Zeit sogar zwei Vakzine verfügbar. "Die Welt hat immenses Vertrauen in die indischen Wissenschaftler und die Leistungsfähigkeit der Impfstoff-Produktion", fügte er hinzu. Zugelassen sind in Indien bisher zwei Impfstoffe: Covishield vom britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca, das vom Serum Institute in Indien hergestellt wird, und Covaxin vom indischen Konzern Bharat Biotech.

Mehr zum Thema

Um das einheimische Vakzin gibt es allerdings heftigen Streit, weil dieses schon vor Ende der klinischen Tests eine Notfallzulassung erhielt. Angesichts maroder Infrastruktur und weit verbreiteter Skepsis in der Bevölkerung ist die Impfkampagne eine gewaltige Herausforderung. Indien kann bei der Mammutaufgabe allerdings auf Erfahrungen aus den Immunisierungsprogrammen gegen Polio und Tuberkulose sowie der aufwändigen Organisation mehrwöchiger Wahlen zurückgreifen. Rund 150.000 Helfer wurden speziell geschult und es gab landesweit Probeläufe, bei denen der Transport von Impfstoffen und die Impfung mit Attrappen und Statisten geübt wurde.

Das Land weist nach den USA weltweit die meisten Corona-Infektionen auf. Etwa 10,5 Millionen Menschen haben sich nachweislich angesteckt, mehr als 151.000 Menschen sind in Verbindung mit dem Virus gestorben. Allerdings sind die Infektionszahlen seit dem Höchststand Mitte September zurückgegangen. Die Wirtschaft leidet jedoch weiter schwer unter der Pandemie. Millionen Menschen, darunter zahlreiche arme Wanderarbeiter, haben ihren Lebensunterhalt verloren.

Quelle: ntv.de, sba/dpa